Rezeption des Konzils an der Basis

Im Unterschied zu früheren Konzilen gab es nach dem II. Vatikanum ein Novum, nämlich die Verlagerung des Konzilsgeschehens an die Basis durch Synoden. So gab es auch in allen deutschsprachigen Ländern Synoden, die die Impulse des Konzils auf der Ebene der Landes- und Ortskirchen umzusetzen versuchten.
Ich selbst habe damals das synodale Geschehen in der Schweiz (und auch in Holland und Wien) aus der Ferne beobachtet, habe aber selber die deutsche «Würzburger Synode» als Mitglied der Kommission 7: «Dienste, Aemter, Charismen» und im «Kontaktkreis» Synode erleben dürfen (dafür bin ich heute noch tief dankbar). Die Synoden bedeuteten so etwas wie Demokratisierung des Konzils bzw. eine Annäherung an das Volk Gottes bzw. an die konkreten Orte des Lebens. Es war Basis-Gewinn.
Im Bewusstsein der interessierten Gläubigen und Öffentlichkeit erfolgten schon eine Basisverlagerung und breitere Aufnahme der Konzilsimpulse und zwar primär durch die Medien. Durch das damals junge Fernsehen fanden die Debatten in Rom Eingang in die Stuben und Wohnungen vieler Menschen. Die Kommunikationsformen hatten entscheidenden Anteil am Erfolg des Konzils. Auch darin erblicke ich Lehrgeld für die Zukunft der Kirche. Zu erwähnen sind zudem die erwachsenenbildnerischen Initiativen in den Pfarreien,  kirchlichen und seelsorglichen Gremien und die Gründung von Bildungshäusern und Akademien. Diese Formen wurden zu Trägern und Beschleunigern des konziliaren Vorgangs.
(Leo Karrer)

Konzilsblogteam

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