Vom 12. bis 26. Juli 1963 findet in Montréal die vierte Weltkonferenz der Kommission Faith and Order des Ökumenischen Rates der Kirchen statt. Das Sekretariat für die Förderung der Einheit der Christen ist durch eine Delegation von fünf Beobachtern, darunter Jan Willebrands und Gregory Baum, und einigen weiteren Theologen vertreten. Thema ist das Verständnis von Tradition, womit nicht nur die Kontroverse um das Verhältnis von Schrift und Tradition in neues Licht gestellt wird, sondern auch die Kirche als Trägerin der Tradition.
Am Eröffnungstag erklärt Prof. Dr. Roger Mehl, Strasbourg: «In Gegenwart unserer Brüder von der römisch-katholischen Kirche, die hier als Beobachter anwesend sind, … sollten wir sagen, dass die Mitgliedskirchen des ÖRK das Zweite Vatikanum nicht als ein Ereignis betrachten, das sie nichts anginge, sondern vielmehr als Ereignis, das sie alle betrifft, denn es geht in der Tat um die Geschichte der wahren universalen Kirche» (zit. in: A 5,573, Anm. 25).
Die katholischen Beobachter nehmen nachweisbar Anregungen für die Konzilsarbeit vor allem zu De revelatione mit. Umgekehrt wird die unter dem Titel «Wir sind eins in Christus» stehende Ansprache von Kardinal Léger während der Konferenz aufmerksam gehört.
(emf)
Konzilsblogteam
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