«Das Konzil hat viel erreicht»

Pater Sebastian Tromp SJ, in gewissem Sinn ein «Verlierer» der ersten Konzilssession, äussert sich, wie bei klugen Verlierern üblich, sehr intelligent über die Sieger, zu denen sicher auch Papst Johannes XXIII. gehört. Im «Echo der Zeit» vom 25. August 1963 äusserte sich Tromp folgendermassen über Johannes XXIII.: «Der Tod Johannes’ XXIII. bedeutet einen grossen Verlust. Der verstorbene Papst hat erreicht, dass die Augen der ganzen Welt mit Wohlwollen auf das Konzil gerichtet sind, aber wegen der Krankheit des Papstes waren viele in einer grossen Sorge, da das Konzil entscheidend vom Papst abhängt, auf seine Leistung angewiesen ist und ohne päpstliche Bestätigung nicht gedacht werden kann. Der neue Papst wird die Arbeit seines Vorgängers fortführen […].» Zur ersten Sitzungsperiode meinte Pater Tromp, dass vom «technischen Standpunkt aus» alles grossartig war. Dann betonte er, dass die liturgische Feier zur Eröffnung der Sitzungen auch für die Konzilsväter eine Offenbarung war, da sich in aller Verschiedenheit die Einheit zeigte. Nach seiner Meinung wirkte sich die lateinische Sprache als Segen aus [, obwohl sicher ein beachtlicher Teil der Konzilsväter des Lateinischen unkundig war!]. Tromp war weiter der Ansicht, dass die römische Kurie als Organ des Papstes nicht dem Konzil untergeordnet war und meinte, dass die Gläubigen auch vor Irrtümern gewarnt sein sollten.
(ufw / Sebastian Tromp S.J.: Konzilstagebuch Bd. II/1: 1962–1963 [1. Konzilssession und 1. Intersession]. Nordhausen 2011, S. 9–14)

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