«Das Papsttum ist ein schreckliches Amt. Auf den Schultern eines Greises ruht eine Last, an der ein Mann in der Blüte der Jahre schwer zu tragen hätte. Rücksichten auf die Gesundheit gibt es nicht (…).
Die menschliche Grösse des Papstes
Die hervorragendste Eigenschaft Johannes› XXIII. war der Herzenstakt. Daher rührte seine seltene Beliebtheit. Nach dem stilisierten Pathos Pius› XII. wirkte seine ungekünstelte Schlichtheit umso günstiger. Stets geneigt, den Dingen die gute Seite abzugewinnen, belästigte er seine Umwelt nicht mit düsteren Warnungen. Wenn er auch manches zu beanstanden fand, so kleidete er gleichwohl seine Rügen in das Gewand leutseliger Ermahnungen. Mit leichter Hand führte er die Sünder auf den rechten Weg, statt sie durch Schelten zur Umkehr zu zwingen. Kleiner Leute Kind, bewahrte sich Angelo Giuseppe Roncalli das einfache Gemüt: jeder intellektuellen oder gar gesellschaftlichen Herablassung unfähig, fand er mühelos den Zugang zum Herzen des Volkes. Eine angeborene Frömmigkeit verband sich in dem Priester mit einem Wagemut, der für Bedächtigere das Abenteuerliche streifte.»
(ufw)
Konzilsblogteam
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