Der Verfasser dieses Werkes ist als katholischer Theologe und Priester seiner eigenen geistig-religiösen Herkunft verbunden und stellt sich der mit dem Titel des Buches gegebenen Herausforderung, seine eigene Form der Religion nicht nur im beruflichen Wirken, sondern auch in der intellektuellen Argumentation zu «verantworten». Er tut dies natürlich nicht im luftleeren Raum subjektiv-eigener Argumentation, sondern vor dem argumentativen Hintergrund der europäischen Tradition, in die er gestellt ist. Und diese Tradition formuliert:
«Dagegen ist ein Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft, auf einer Pflicht gegründet, etwas (das höchste Gut) zum Gegenstande meines Willens zu machen, um es nach allen meinen Kräften zu befördern; wobei ich aber die Möglichkeit desselben, mithin auch die Bedingungen dazu, nämlich Gott, Freiheit und Unsterblichkeit voraussetzen muss, weil ich diese durch meine spekulative Vernunft nicht beweisen, obgleich auch nicht widerlegen kann.» (Immanuel Kant. Kritik der Praktischen Vernunft. Dialektik. VIII. Vom Fürwahrhalten aus einem Bedürfnisse der reinen Vernunft. Werkausgabe Ex Libris Zürich. 1977. S.276f)
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant