Keine Ahnung ! – WO IST GOTT... ???

Ein Wuestenspaziergang auf der Suche…

Die alte Antwort  »Gott ist im Himmel» wird in Frage gestellt, weil niemand mehr weiss, wo denn der Himmel heutzutage ist. «Da oben», wo ER einst vermutet, gar geglaubt wurde, ist der Ratlosigkeit gewichen. Einige haben gar angefangen zu bezweifeln, ob es ueber- haupt einen Himmel gibt. Wenn es Dir gut geht auf Erden (oder deinen Mitmenschen), wozu ist der Himmel noch gut? Nur wenn es Dir (oder deinen Mitmenschen) miserabel geht auf Erden, dann wird der Himmel gut fuer Kompensation oder fuer die Herstellung einer angemessenen Gerechtigeit. Die alten Himmels-Vor-Stellungen sind ausser Kurs geraten… Nur einge Erz-Glaeubige koennen sich nicht davon befreien.

Die neuere Antwort  »Gott ist im Himmel und auf Erden» kommt dem heutigen Geschmack schon naeher und ist unserer sechst-klass Antwort sehr nahe «Gott ist ueberall». Damit kommt keiner zu kurz…  und wer weiss, Himmel und Erde zusammenzubringen, ist doch ein moderner Trend – JvN hat da vorgespurt. Wir brauchen nicht so sehr einen Neuen Himmel und eine Neue Erde, vielmehr sollen sie im Menschen einig werden – die Lehre von der Inkarnation geht bestimmt in diese Richtung.

Die moderne Antwort: «Gott ist im Herzen der Menschen» eingepflanzt, schmeckt stark nach Mystik, Vertiefung…  Gott wird zum Seelen-Freund, ein ein-gebildeter Dialog-Partner; gar zum Funken der Liebe (manchmal gar zu tief) und das sog. Gewissen wird mit der Stimme Gottes verwechselt.

Die post-moderne Antwort: «Gott ist nicht, aber es gibt IHN» hat viel auf sich. Die Erde ist die Mutter Gottes und bringt im Menschen die vorhandene Gegenwart Gottes zum Bewusstsein; Gott ist gegeben als Geschenk verzweigt in viele menschliche Vor-Stellungen.
Sogar die These: der Heilige Geist ist bereits ausgegossen ueber diese Erde, stimmt damit ueberein: ER ist gegeben. Und ueberhaupt: Wie Gott, so ist auch das Leben, der Kosmos, das Schicksal, die Mitmenschen grundsaetzlich vor-gegeben und erst im Rahmen dieser wunderbaren Gegebenheit kommt der Einzelne oder die Gruppe zum Zug; dass er/sie zur Mitwirkung eingeladen ist und dafuer einige Kompetenz erhielt. Gott gibt es in Gedanken, Worten und Werken; so kommt Gott ins Gespraech und ins Wirken… und einige werden davon «betroffen». Gott ist kein Objekt, uns zur Verfuegung gestellt – ER ist nur «Subjekt», ein sich selbst Gebender, der im Geben sich auslebt (wie auch immer der Mensch IHN sich kulturbedingt vor-stellt: als Kriegsgott, als Patriarch, Mutter oder Seinsgrund, gar Energie-Ermoeglichung… In den Vor-Stellungen als solchen wird Gott dann zum Objekt –
darum muessen diese Vor-Stellungen relativiert, zurueckgeschraubt werden bis zum Punkt wo Gott ein «Geheimnis-Ereignis» wird (mystery-event).

Die biblische Antwort: «Im Ursprungs-Anfang war das Wort»…  »Gott ist ein WORT» – und jedes Wort ist ein Ereignis, konstituiert durch den Sprecher und durch den Hoerer… Word wird grundsaetzlich zum gemeinsamen Ereignis – gesprochen und gehoert – beide Aktivitaeten sind verantwortlich fuer die Verlautbarung: der Gebende und der Auf-
nehmende. Das Wort fragt nach «verstehen»… eine grossartige Balance, Einigung zwischen Veraus-Gabung und Wahr-Nehmung. Daher mein Verdacht: Gott ist DAZWISCHEN.

Und die FRAGE: «Wo ist Gott» (wenn es IHN denn gibt) ist ein humaner Aufschrei (bis zum Kath. Jugendfestival in Polen 31.Julie 2016 ) der bestaetigt: Wir sind angewiesen auf die Gabe und angewiesen sie aktiv zu empfangen –
so kommt Gott zur Erscheinung – EPIPHANY.

 

 

Hans Leu

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/keine-ahnung-wo-ist-gott/