Eine Ahnung von NAMIBIA ?

Das Land wo der Ozean die Wueste kuesst ! Weil es ein Touristen- und Konferenz-Magnet geworden ist, kennen es bald alle: 824’270 km2 fuer 2.2 Millionen Einwohner (7% weiss) aufgeteilt in 12 Voelker. Sogar die Air-Quatar hat nun Namibia entdeckt, offeriert Fluege, so dass die Air-Namibia noch tiefer ins Defizit abrutscht und der Staat mit Millionen von Steuer-Gelder sie jaehrlich «rettet», was im freien Markt globale Umverteilung heisst. Namibia ist ein «Wild-Life-Paradies», nicht nur die Etosha, der beruehmte National-Park. Namibia – nach langem «Freiheitskampf» – ist seit 21. 03. 1990 eine freie demokratische Republik, hat eine vorbildliche Verfassung und ist ein sehr reiches Land (Diamanten, Kupfer, Uran, Gold, Fischerei, Wild-Life, Farm-Wirtschaft etc…) Es verarbeitet zwar seinen Reichtum noch nicht sondern laesst ihn noch immer «ausfuehren». Der Reichtum konzentriert sich auch auf eine kleine soziale Oberschicht aufgebaut auf einer breit- gefaecherten Armut, Arbeitslosigkeit und Erziehungs-Versagen… wo Schulschwanger- schaft, Selbstmord und Totschlag recht haeufig vorkommen. Die Demokratie wird durch die starke Mehrheitspartei (Swapo) oefters gefaehrdet; die grosse Wohnungsnot wird schamlos ausgenuetzt um Geschaefte zu machen; der Genozid  (1904-08) durch das deutsche Militaer ist noch nicht aufgearbeitet (Widergutmachungszahlungen an wen?);
die einst gute Infrastruktur ist teuer; die Eisenbahn versagt waehrend die Lorry’s  Lobby tag + nacht brummt und schliesslich »wird alles immer teurer» (wenn auch nicht so schlimm wie in Angola oder Zimbabwe).
Unser Praesident (Mr. Hage Geingob) hat am 24.06.2016 die Duerre und Wassernot
zur Nationalen Katastrophe erklaert; 30% der Bevoelkerung ist nun auf staatliche Nahrungshilfe angewiesen; Windhoek hat noch fuer 2 Monate Wasser gestort;  Food-Banks werden eroeffnet waehrend das Ministerium fuer Armuts-Reduktion warnt: Erziehung, Nahrung und Arbeits braucht’s um Armut zu ueberwinden. Und das Beste:
die Entwicklung in fast allem ist so rasant, dass nur wenige zu folgen vermoegen, vor allem auch nicht der gross aufgeblaehte Regierungs-Apparat.

Seit 1988 – 2008 arbeite ich in Namibia als «Ausbildner der kirchlichen Personals» im Auftrag der BiKo und seit 1993 bis heute auch noch als Supervisor unserer «Namibischen Arts-Performance-Centres» (APC’s) Das alles gibt mir einen grossen Erfahrungs-Schatz.
Das Christentum wirkt in Namibia seit 1806 nun ca. 95% stark, die Kath. Kirche seit 1895 (die OMI’s starteten 08.12.1896) nun 25% stark. Bis heute ist unsere Kirche Ordens-beherrscht: die BiKo, die Institutionen, die meisten Pfarreien sind OMI!
Ich – ein saekularer Dioezesan-Priester – bin nicht gut zu sprechen auf die religioesen Orden, schon gar nicht auf die OMI»s.
1. Es ist nicht der Widerspruch zwischen Geluebde und Lebenspraxis sondern tiefer: dass die Benedikt-von-Nursia-Erfindung (die auch ich heilig spreche) ohne Uebersetzung
(Inkulturation) der Namibischen Kultur aufgestempelt wird – finde ich tragisch.
2. Die OMI’s betreiben eine Pastoral wo sie unbewusst alle Katholiken zu MINI – OMI’s machen moechten (Sie empfinden ihre Lebensart idealchristlich).
3. Die Ordensgeluebde widersprechen in der Namibischen Situation der Menschen-Wuerde: Wo Armut verherrscht darf man nicht Armut als Ideal verherrlichen sondern muss teilen; wo Sklaverei war, darf man nicht Gehorsam predigen sondern zur Eigen-Co-Entscheidung ermuntern; wo Family verdorben, Sex + Patriarchat herrscht darf man nicht Keuschheit idealisieren sondern vielfaeltige befreiende Beziehung einueben.
4. Die Gemeinde-Pastoral und Liturgie darf nicht «ordentlich-moenchisch» gestaltet werden sondern «kreativ-weltlich».
Das Kath. Christentum hat in Namibia viele alte Aengste reduziert und die Einzigartigkeit der Person gefoerdert – aber die Konzilskirche ist noch nicht angekommen… und die Auf-
erweckung ist verpasst…

Hans Leu

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/eine-ahnung-von-namibia/