Am 10. April 1963 stattete einer der wichtigsten Konzilsväter, Franz Kardinal König, der aufgrund seiner Sprachkenntnisse zahlreiche Kontakte in den Osten pflegte und Brückenbauer zu orthodoxen und altorientalischen Kirchen und zu römisch-katholischen Diözesen im sozialistisch-kommunistischen Osten war, dem bedrängten Kardinal Mindszenty einen Besuch in Budapest ab.
Mindszenty hielt sich dort seit November 1956 als Asylant in der amerikanischen Botschaft auf. Mit dem 10. April 1963 begann Kardinal König eine Reihe von Besuchen, die es ihm ermöglichten Kardinal Mindszenty über das Konzil zu informieren und in direktem Auftrag von Johannes XXIII. dessen Interesse und Sorge um den ungarischen Kardinalprimas mitzuteilen.
Diese Tradition der Entsendung Königs zu Mindszenty führte auch Paul VI. weiter, wobei aber Mindszenty wenig Interesse an den Konzilsdokumenten gezeigt haben soll. Dem späteren Wunsch des Heiligen Stuhls, Ungarn zu verlassen und ins Exil zu gehen, widersetzte sich Mindszenty bis 1971, der im Banne seines ungarischen Schicksals blieb und sich auch der 1973 aus politischen Gründen durch den Heiligen Stuhl erfolgten Absetzung als Bischof und Primas von Ungarn widersetzte.
(ufw/A II, 673 f.)
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