M.Grichting argumentiert für ein Miteinander von Glaube und Aufklärung. Einige Spitzen gegen von ihm erkannte «Auswüchse» der offenen Gesellschaft der westlichen Staaten bleiben zwar nicht aus. Aber dann wird er grundsätzlich und stellt Romano Guardinis 1950 erschienenes Buch «Das Ende der Neuzeit» an den Anfang der Argumentation.
Guardini schrieb, dass Personenwürde, individuelle Freiheit und Gleichheit inklusive Gewissensfreiheit Früchte, gewachsen am «knorrigen» Baum der christlichen Dogmatik, dem Imperium Romanum «abgetrotzt», also originär christlich seien. Selbst wer diesen Baum umhauen wolle, könne noch eine Weile von seinen eingelagerten Früchten leben.
Fazit des Schreibenden dazu: Nichts geht über die Einsichten, wie sie vom 17. bis zum 19.Jahrhundert von den Denkern/innen der Neuzeit formuliert wurden. Das aufgeklärte Menschenbild ist Folge des jüdisch-christlich-biblischen Menschenbildes. Kein totalitäres System hat darum das Recht, sich nur im Ansatz darauf zu berufen. Darum folgerte der Nationalsozialismus korrekt, dass als letzter Feind das Christentum und seine Kirchen zu besiegen seinen. Und darum ist es absolut widerlich, dass es im Inneren der katholischen Kirche solche Feinde der Aufklärung gibt, wie sie sich in der Piusbruderschaft tummeln.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant