Die Arbeit am Schema über die Ökumene gestaltete sich schon deswegen schwierig, weil es ein Kompetenzgerangel zwischen dem Sekretariat für die Einheit und der Kommisson für die Ostkirchen gibt. Vgl. den Blogeintrag vom 24.3.2012. Auf der Ebene der Texte stellt sich die Frage, ob ein Kapitel über die Orientalen im Schema über die Ökumene nicht durch das Schema über die orientalischen Kirchen überflüssig wird. Die Koordinierungskommission entscheidet jedoch im März, dass das entsprechende Kapitel im Text über die Ökumene beibehalten werden soll. Da diese Entscheidung vor allem einem plötzlichen Sinneswandel von Kardinal Cicognani zu verdanken ist, kann vermutet werden, dass Papst Johannes XXIII., der bei der Diskussion über den Textentwurf De oecumenismo anwesend war, Cicognani umgestimmt hat (vgl. A 2,451).
Damit verbunden wird aber nun ausserdem beschlossen, dass es einen ähnlichen Abschnitt auch für die Protestanten geben soll. In einem Brief vom 8. April 1963 bittet Gerhard Gruber, der Konzilssekretär Kardinal Döpfners, Heinrich Fries im Auftrag Döpfners, bis zum Folgetag (!) eine Vorlage zu diesem Abschnitt zu erarbeiten.
Tatsächlich kann Döpfner bereits am 9. April einen solchen Entwurf an Augustin Kardinal Bea senden.
(emf)
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