Hohe katholische Ökumene-Vertreter werden nicht müde, zu betonen, zwischen ihrer und der orthodoxen Kirche gäbe es viel mehr Gemeinsamkeiten als mit der protestantischen. Eine recht optimistische Sicht betr. der Orthodoxie, wie die folgende Meldung zeigt:
Der «Pro Oriente»-Pressesprecher Erich Leitenbergr erläuterte die innerorthodoxe Ökumene-Debatte, die rund um das Konzils-Dokument «Die Beziehungen der orthodoxen Kirche mit der übrigen christlichen Welt» entbrannt ist. Erdas Konzils-Dokument «Die Beziehungen der orthodoxen Kirche mit der übrigen christlichen Welt» entbrannt ist. Er zitierte dabei den zum Patriarchat von Konstantinopel gehörende Erzbischof Job Getcha, der die konservative orthodoxe Position dermassen beschrieb, dass es keine Notwendigkeit gebe, die Einheit der Kirche wiederherzustellen. Der einzige Weg bestehe darin, «dass die Häretiker und Schismatiker durch Busse zur einzigen Kirche zurückkehren, das ist die orthodoxe Kirche». Das Gebet der Orthodoxen für die «Einheit aller» werde als Gebet für jene interpretiert, die zur wahren Kirche zurückkehren sollten. Demnach gebe es auch keine Kirchen und keine christlichen Konfessionen ausserhalb der orthodoxen Kirche, die die einzige wahre Kirche sei; und deshalb gebe es auch keine «christliche Welt» ausserhalb der orthodoxen Kirche, wie der Titel des Konzilsdokuments suggerieren könnte. Erzbischof Job habe zugleich betrübt hinzugefügt, dass die verschiedenen orthodoxen «provokanten» Äusserungen in diesem oben genannten Sinne nicht nur eine «Ignoranz» der Geschichte und der Entwicklung der ökumenischen Beziehungen und der bilateralen Dialoge im 20. Jahrhundert, sondern auch eine «totale Unkenntnis von Geschichte, Theologie und Kirchenrecht» aufzeigen würden.»
Betr. Protestanten: In den Kirchen, die aus der Reformation hervorgegangen sind, herrscht zwar eine grosse Vielfalt. Aber die – ich möchte sie so nennen- reformierten Mainstream-Kirche sprechen doch unserer Kirche nicht die Kirchlichkeit ab wie es viele der eben genannten Strömungen unter den Orthodoxen tun. Etwas mehr Wertschätzung der reformierten Kirchen wäre deshalb am Platz – und etwas mehr Skepsis gegenüber orthodoxen.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/stehen-uns-die-orthodoxen-wirklich-so-viel-naeher-als-die-protestanten/