Bedrohte Flüchtlinge: wirklich eine Bedrohung für uns?

Einen einseitigen und recht seltsamen Verlauf nimmt nach wie vor die Debatte Flüchtlinge, vor allem auch über jene aus Syrien. Sie werden als Bedrohung für Europa/die Schweiz wahrgenommen. Doch wer denkt daran, warum sie zu uns kommen: weil sie bedroht sind, ihr Leben in Gefahr ist.
Dazu der Caritas-Direktor Hugo Fasel, der kürzlich an einer Medienorientierung t «in dieser Diskussion eine Analyse der Ursachen vermisst»: Der Alltag in Syrien sei von Bombardierungen geprägt. Vergewaltigungen, Entführungen, Organhandel seien an der Tagesordnung. Das Argument, die Schweiz könne nicht die ganze Welt aufnehmen, hält er angesichts solcher Tatsachen für «dummes Geschwätz», denn: «Wenn es irgendwie geht, bleiben diese Leute in Syrien!», so der Caritas-Direktor energisch. Flucht sei nur der letzte Ausweg.
Schon oft habe ich in dieser Frage «Empathie» gefordert: das Sich-Hinein-Denken in die Situation der andern: Wie würde ich reagieren, wenn mein Leben bedroht wäre? Würde ich – mit meiner Familie – ganz ruhig abwarten, bis mir eine Bombe aufs Haus fällt oder der IS meinen Kopf abschneidet?

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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