Katholiken handeln nur bei «grünem Licht» aus Rom

Ein alter Freund von mir, der vorarlbergische Priester Helmut Rohner, lange Zeit sehr aktiver Begleiter von Basisgruppen in Brasilien und im dt. Sprachraum,  wirft den hiesigen Katholiken vor, nur bei «grünem Licht aus Rom» zu handeln. Das gelbe Licht von heute genüge ihnen offenbar nicht.
Jahrzehnte lang (im Kirchenwinter) gab es für die meisten von den Gläubigen, von Theologen oder Bischöfen vorgeschlagenen Neuerungen in der katholischen Kirche fast immer nur rotes Licht. Das darf nicht sein, das darf nicht gesagt und noch weniger getan werden. Seit der Amtsübernahme von Papst Franziskus (neuer Kirchenfrühling) ist das anders. Jetzt ist das gelbe Licht vorherrschend. Der Papst ermutigt zu ehrlich-offener Diskussion über alle möglichen Themen. Er sagt wiederholt: Habt Mut! Geht voran! Sucht neue Wege! Nehmt die Mitmenschen in ihren konkreten Nöten und Sorgen ernst  Seid barmherzig zu allen! Urteilt nicht über sie! Schliesst niemand aus! Indirekt sagt er: Glaubt nicht, dass ich euch eure Verantwortung  abnehme. Handelt so wie es eurem Gewissen und Wissen entspricht. Und was dieser Papst sagt, das lebt er uns auch vor. Um ihn herum geschieht viel Neues. Warum nur dort oder warum in erster Linie dort? Weil wir Katholiken (Volk und Hierarchie) leider noch zu sehr gewohnt sind, nur bei grünem Licht aus Rom zu handeln.
Pfr. Helmut Rohner, Bahnhofstrasse 18/10, Dornbirn

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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