«Wenn man christlich mit sozialistisch gleichsetzt», habe er Mühe, sagte der kommende CVP-Präsident Gerhard Pfister vorgestern in einem Interview mit kat.ch. Ich denke, kaum jemand tut dies so ausdrücklich. Aber es schleckt keine Geiss weg, dass christliche Anliegen wie Gerechtigkeit, Friede, Bewahrung der Schöpfung bei linken und grünen Parteien meistens viel besser aufgehoben sind als bei den C-Politikern. Es gibt zwar Ausnahmen wie Barbara Schmid-Federer, mit der ich im kommenden Franziskuskalender (erscheint Anfang Juni) ein Interview bringen werde.
Pfister weiter: «Die Bedürfnisse der Wirtschaft finden zu wenig Beachtung durch die Kirche, dabei ist es doch diese, die den Menschen Arbeit und damit auch Würde verschafft.»
Eine solch menschenfreundliche Wirtschaft gibt’s wohl bei den meisten KMUs. Während grosse Firmen zuhauf Menschen entlassen, damit die Dividenden steigen. In den letzten Jahren gibt’s allein im deutschen Sprachraum wohl Hunderte von Beispielen dafür.
Es ist zu befürchten, dass unter Pfister die CVP sich der FDP und der SVP nähert. Der Anfang von ihrem Ende? Die Leute wählen ja lieber das Original als die Kopie ….
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant