Kirchenfrühling

«Bei der Eröffnung des Konzils hat Papst Johannes den Wunsch ausgesprochen, es möge zu einem Frühling der Kirche werden. Sein Wunsch und seine Hoffnung haben sich erfüllt. Doch wie in jedem Frühling, so treten auch bei der kirchlichen Erneuerung Wetterstürze und Verzögerungen ein. […]
In der Natur kann der Frühling nur dann voll zur Wirkung kommen, wenn man die Bäume und Sträucher beschneidet. Doch muss man Hecken- und Baumschere mit Sorgfalt und Vorsicht handhaben.
Wenn man die kahlen, vieler Äste und Zweige beraubten Bäume sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass daraus neues Leben entstehen und aus diesem Winter ein Frühling erblühen wird.
Je mehr man Abstand gewinnt, desto klarer wird man erkennen, dass das Zweite Vatikanum ein Konzil von aussergewöhnlicher Bedeutung war; und man wird sehen, dass gewisse Zweige und Ranken nur abgeschnitten wurden, damit der Baum sich besser entfalten kann».
(Kardinal Léon-Joseph Suenens: Die Mitverantwortung in der Kirche. Salzburg: Otto Müller, 2. Auflage 1969, 9f)

Konzilsblogteam

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