Es braucht Druck von aussen, damit die Muslime Positionen ändern, die überholt sind und/oder uns einfach nicht gefallen. Die berühmte Berner Muslima Rifa’at Lenzin widersprach am Sonntag dieser Auffassung, als sie die Laudatio hielt auf das Haus der Religionen, das den Herbert Haag-Preis bekam.
«Diasporagemeinschaften zeichnen sich im Allgemeinen nicht durch eine überbordende Reformfreudigkeit aus. Sie passen sich mehr oder eher weniger freiwillig an die neuen Gegebenheiten an, vor allem in rechtlicher Hinsicht.
Das geschlossene Milieu der Zürcher Katholiken ist erst mit und durch die öffentlich-rechtliche Anerkennung 1960 aufgebrochen worden. Das heisst mit der rechtlichen Gleichstellung der katholischen Körperschaft mit der bis dahin privilegierten evangelisch-reformierten Kirche. Erst dann war an eine Öffnung auch nach innen zu denken.
In einem repressiven Umfeld dagegen ist es ein Gebot der Vernunft, die Reihen zu schliessen und sich nicht unnötig zu verzetteln. Äusserer Druck ist kein Klima, welches der offenen und fruchtbaren Auseinandersetzung innerhalb der Religionsgemeinschaften förderlich wäre. Umso bedauerlicher ist es, dass dies heute trotzdem immer wieder als Patentrezept gepriesen wird – nicht zuletzt von selbsternannten «fortschrittlichen» Mitgliedern dieser Religionsgemeinschaften, die dafür mit einer grossen Medienpräsenz belohnt werden.»
Wenn diese These stimmt, machen wir einiges falsch. Was aber wäre die Alternative: das Schweigen zu starren Positionen der Muslime?
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/muessen-wir-auf-die-muslime-druck-ausueben/