Gegen den anti-liberalen Nuntius

Anlässlich der Verleihung des Herbert Haag-Preises nahm in seiner gewohnt originellen Art Erwin Koller Stellung zum neuen Nuntius in der Schweiz:
«Stellen Sie sich vor, ein Schweizer Botschafter würde im Ernst und in aller Öffentlichkeit sagen: Für mich zählt die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1999 nicht, ich halte mich an die Bundesverfassung von 1848. Ich zweifle nicht, dass dieser Botschafter am anderen Tag entlassen wäre. Warum wird Nuntius Thomas Gullickson nicht entlassen, der als bekennender Ultramontanist strukturell genau dasselbe tut? Denn er missachtet die Erklärungen des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1962–65 zur Religionsfreiheit und zu den Menschenrechten und sagt, Katholiken müssten sich an die Kampfschrift «Liberalismus ist Sünde» aus dem 19. Jahrhundert halten.»
Erwin Koller forderte dann die Verantwortlichen dazu auf, im Vatikan gegen den Nuntius zu intervenieren:
«Ich bin darum überzeugt, dass ich nicht nur im Namen der grossen Mehrheit der hier anwesenden Katholikinnen und Katholiken rede, wenn ich fordere, dass unsere Bischöfe einschliesslich Kardinal Koch beim zuständigen Staatssekretariat des Vatikans vorstellig werden müssen mit unbequemen Fragen zu diesem Nuntius.»
«Wir benötigen keinen Nuntius, der in kurial-zentralistischer Manier die Kirche ins 19. Jahrhundert zurückführt und gleichzeitig Franziskus und seinen Einsatz für eine synodale Kirche diskreditiert.»

Walter Ludin

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