Seit 54 Jahren: «Wir teilen»
Wo gibt es das schon? Seit mehr als einem halben Jahrhundert hat das Fastenopfer das gleiche Logo und das gleiche Motto, nämlich wir teilen …
Jede Firma, die etwas auf sich hält, gibt sich alle paar Jahre ein neues Logo. Doch das Fastenopfer hält seit Beginn Anfang der 1960er-Jahre am gleichen Symbol fest und am gleichen Slogan (Motto): Wir teilen.
Über die Anfänge lesen wir im Schweizer Lexikon: «Inhaltlich stand die Schaffung eines neuen Bewusstseins zur Gestaltung der Fastenzeit im Zentrum. Die Idee des Teilens fand Anklang und führte zu einem grösseren Verständnis für die ärmsten Regionen der Welt.»
Das Teilen spielt in der Bibel eine grosse Rolle. So ruft beispielsweise Paulus im 1. Korintherbrief die Gläubigen dazu auf, am «ersten Tag der Woche» etwas von ihrem Ersparten zum Gottesdienst mitzubringen. Er werde das Gesammelte der bedürftigen Gemeinde von Jerusalem bringen.
Und im Brief an die Hebräer finden wir die Aussage: Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit den anderen zu teilen, denn über solche Opfer freut sich Gott. Damit sind wir beim Begriff (Fasten)«Opfer» …
Und noch eine erstaunliche Feststellung: Psychologen haben herausgefunden, dass sich die Fähigkeit zu teilen schon zwischen dem dritten und fünften Altersjahr entwickelt. Fünfjährige zum Beispiel haben bei Teilungsexperimenten zwar dafür geschaut, dass jeder gleich viel bekam. Doch: Sobald jemand weniger hat als die andern, also arm ist, geben sie ihm mehr. «Das zeigt, wie früh die Wurzeln menschlicher Wohltätigkeit angelegt sind, die in unserer Gesellschaft als Inbegriff von Mitmenschlichkeit gilt.» (Markus Paulus, Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität München)
Aphoristisches von Anke Maggauer-Kirsche
wenn wir etwas teilen
wird daraus mehr
sich mit anderen Menschen
verbunden fühlen
heisst ihre Träume mit ihnen teilen
das Brot mit dir teilen heisst auch
ich gebe dir ein Stück von mir
Aus dem ite 1.16 www.ite-dasmagazin.ch
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/das-immerwaehrende-motto-des-schweizer-fastenopfers/