Das gab’s wahrscheinlich noch nie: Zwei ganze Bischofskonferenzen kritisieren einzelne Artikel, die in einem fernen Land erschienene sind: und fordern Zensur. (Nach kath.ch)
Auf Druck der Bischofskonferenzen von Polen und Ungarn mussten die Verantwortlichen zuletzt zwei Artikel zur Lage in den beiden Ländern wieder von der Website nehmen: im monatlichen Online-Magazin der Kommission der katholischen EU-Bischofskonferenzen (ComECE).
Im ersten der beanstandeten Beiträge wurde die polnische Regierungspartei «Recht und Gerechtigkeit» (PiS) kritisiert, im zweiten setzte sich der Wiener Philosoph und Theologe Hans Schelkshorn kritisch mit der Ideologie der Regierung von Viktor Orban in Ungarn auseinander.
Es ist offensichtlich, dass die Regierungen in den beiden Ländern eine menschen/fremdenfeindliche, nationalistische Politik verfolgen. Es stünden den Bischöfen der beiden Länder gut an, diese aus christlicher Sicht zu kritisieren – statt ihre Kritiker mundtot zu machen.
Eine Parallele in Ungarn: Zu kommunistischen Zeiten verdammten die Bischöfe Militärdienstverweigerer aus Gewissensgründen. Sie würden ihre Aufgabe nicht erfüllen, das Vaterland zu verteidigen. Wohlgemerkt zu einer Zeit, da die ungarische Armee das kommunistische System verteidigen musste: gegen die bösen Feinde im Westen; in dem es darum ging, das Christentum vor den «gottfeindlichen» Kommunisten zu schützen. Verkehrte Welt, schon damals!
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/skandaloese-proteste-von-bischoefen-ungarn-polen-und-zensur/