Der damalige Professor und Feldprediger (!) Kurt Koch äusserte sich 1991 sehr kritisch über die schweizerische. Sicherheitspolitik. Im Buch «Gerechtigkeit und Friede küssen sich» finde ich etliche Passagen wie die folgende:
«Die schweizerische Politik ist kritisch zu befragen, wie glaubwürdig und friedensfördernd sie sein kann, wenn sie solche friedenspolitische Primärvorkehrungen wie Entwicklungshilfe, Einsatz für gerechte wirtschaftliche Strukturen und internationale Verantwortung bloss als ‹flankierende Massnahmen› einstuft und stiefmütterlich behandelt und nach wie vor ihren ersten Beitrag zum Frieden – in militaristischer Einäugigkeit – in der bewaffneten Landesverteidigung erblickt.
Vor allem ergibt sich von daher das um der Wahrung der Neutralität willen dringende Postulat, die Bestimmungen über Rüstungsexporte drastisch zu verschärfen. Denn auch die Schweiz kann von den Auswirkungen nicht absehen, die ihre Rüstungspolitik für andere Länder zeitigt. Rüstung tötet schliesslich überall, auch in der Dritten Welt.» So weit Kurt Koch.
Und gerade jetzt lese ich, dass 1 Prozent aller Rüstungsexporte aus der Schweiz kommt. Rechne ich richtig: Dabei stellen wir 1 Promille der Weltbevölkerung. Und ausgerechnet aus Kreisen unserer «Christen»partei kommt das Postulat, bei den Exporten weniger Hemmung betr. Verletzung von Menschenrechten zu zeigen …
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/prof-kurt-koch-1991-militaristische-einaeugigkeit-der-schweiz/