Ständiger Diakonat und Kollegialität

Zwei Themen beherrschen das Feld der Kommissionssitzung vom 12. März 1963 zur Vorlage über die Kirche.
Auf dem Tisch liegt ein Text, der das Thema verheirateter ständiger Diakone anspricht. Kardinal Ottaviani hält das Thema nicht für opportun und meint zudem, es müsse anderen Kommissionen zugewiesen werden. Darauf erinnert der kroatische Bischof Franjo Šeper daran, dass die Kommission über die Sakramente dazu eine Konzilsvorlage verfasst hatte, die inzwischen aber nicht mehr auf der Traktandenliste des Konzils steht, so dass er den Vorschlag in der Vorlage über die Kirche begrüsst. P. Sebastian Tromp bringt ein, dass die Frage verheirateter Diakone für die Missionen äussert wichtig sei (vgl. Tr 1,308; Co 1,353). Die weitere Diskussion und Entscheidung wird auf den Mai vertagt.
Zweites Thema ist wiederum die Kollegialität der Bischöfe und die Wahrnehmung ihrer Vollmacht ausserhalb des Konzils. Congar nimmt wahr, dass die Vertreter der römischen Kurie sich gegen jeden Versuch, eine Art «permanentes Konzil» einzurichten, sperren – denn dies wäre das Ende ihrer Herrschaft und das Scheitern dessen, was sie seit 15 Jahrhunderten aufzubauen versuchten. «Ich fühle mich völlig machtlos vor dieser rein ideologischen Logik, die weder den historischen Realitäten noch der Bewegung, mit der sich die Kirche der Zukunft öffnet, noch auch den legitimen Anfragen der Orientalen Rechnung trägt» (Co 1,354).

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