«Die künstlich geschaffene Unterscheidung zwischen »Wirtschaftsflüchtlingen« und »echten Flüchtlingen« der Gipfel eines unmenschlichen Zynismus. Wie können sich die SVP-Exponenten erdreisten, zu entscheiden, wer welcher Kategorie angehört?»
So schreibt Christian Urech in einem Artikel im «Aufbruch/Publik Forum». Er skizziert bedenkenswerte Fragen:
Können nicht auch Leute, die »nur« ihre wirtschaftlichen Lebensgrundlagen verloren haben, an Leib und Leben bedroht sein? Auch wenn nicht hinter jeder Ecke ein Scharfschütze lauern mag, hat eine Familie, die in einer zerbombten syrischen Stadt leben muss, deren wirtschaftliche Grundlagen völlig zerstört sind, kaum eine Überlebenschance. Und auch eritreische Flüchtlinge, die in einem diktatorisch regierten Land leben müssen, das sie jeglicher Zukunftsperspektive beraubt, handeln aus einer existentiellen Verzweiflung heraus, die ein SVP-Vertreter sich gar nicht vorzustellen vermag. »Es stimmt, das Asylgesetz zählt genau auf, was ernsthafte Nachteile sind: die Gefährdung …. Ist vom Verhungern bedroht zu sein keine Gefährdung des Leibes? Ist das Fehlen primitivster medizinischer Versorgung keine Gefährdung des Lebens? Und wenn man nicht weiss, wie man das Überleben seiner Familie sichern soll, verursacht das keinen unerträglichen psychischen Druck?«, fragt Schriftsteller Charles Lewinski in einem Artikel im Zürcher Tages-Anzeiger. Fragen, die wir uns selbst stellen sollten: Wäre ich in dieser Situation …? Oder im Familienkreis zu diskutieren: Wenn wir vom Verhungern bedroht wären, würden wir dann unsern Ältesten nicht auch auf den Weg schicken?
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/wie-kann-die-svp-wissen-was-ein-echter-fluechtling-ist/