Flüchtlinge sind keine Wegwerf-Ware

«Hier fühle ich mich nicht als Wegwerf-Ware», sagte ein Arzt aus Usbekistan, ein Flüchtling, der in unsere Suppenstube kommt. (Übrigens: Dort gibt’s nicht nur Suppe, sondern das, was auch auf unsern Klostertisch kommt. Schaut doch mal vorbei……)
Zum Thema «Flüchtlinge» finde ich in den «Neuen Wegen» (Novembernummer) in einem Interview mit dem frz. Philosophen Alain Badiou u. a. folgende Aussagen:

«Ich bin schockiert, wie die EuropäerInnen von der Flüchtlingskrise sprechen und sich selber meinen. Die Menschen, die wirklich eine Krise erleiden, sind natürlich die SyrerInnen, Die IrakerInnen. Wenn man die einigen hunderttausend Flüchtlinge bei uns zu einem Riesenproblem macht, ist dies pure Ideologie.»
Zur Rolle des Kapitalismus, der Flüchtlinge produziert (Waffenverkäufe, schlecht Handelsbeziehungen; Zerstörung der Umwelt durch Abbau von Mineralien ….): «Die Menschen hier müssen wissen, wofür unsere Regierungen in den Herkunftsländern der Menschen, die zu uns kommen, verantwortlich sind:» PS. Schon im Biafra-Krieg Mitte der 1960er Jahre kam es heraus: Schweizer Waffen schlagen Wunden, Schweizer Humanitäre (u.a. eine spendenfreundliche Bevölkerung) verbinden sie. Wie lange noch dieses Doppelspiel?

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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