Erfreuliches aus Abu Dhabi
Kürzlich machte die evangelikale Organisation Open Doors wieder Schlagzeilen über die «verfolgten Christen». Auch die Vereinigten Arabischen Emirate werden als Gebiet mit «Christenverfolgung» bezeichnet. Wenn man den Weihnachtsbrief des dortigen Bischofs Paul Hinder (Schweizer Kapuziner) liest, ergeben sich Fragezeichen:
«Ich betrachte es nicht als selbstverständlich, dass wir am 12. Juni dieses Jahres in Musaffah (Abu Dhabi) ohne jegliche Störung die neue Paulus-Kirche einweihen konnten. Zur Eröffnung erschien ein Minister der Regierung mit anderen offiziellen Vertretern.
Wir hatten auch das Glück, für die Kirchweihe den Staatssekretär von Papst Franziskus, Kardinal Pietro Parolin, unter uns zu begrüssen. Der Besuch der Nummer Zwei aus dem Vatikan gab ferner Gelegenheit, hier mit dem Aussenministerium einige die Kirche betreffende Fragen zu erörtern.
Zu den freudigen Ereignissen gehört auch, dass wir im vergangenen September in Dubai eine neue Schule in der Trägerschaft des Vikariates eröffnen konnten.»
Bruder Paul bezeichnet jeweils sein Gebiet als Region mit «beschränkter Kultusfreiheit», da der Staat bestimmt, wo neue Kirchen gebaut werden – allerdings auch das Land dazu schenkt.
Bei den Vorbehalten gegenüber Open Doors handelt es sich nicht bloss um meine persönliche Einschätzung. So verfassten die dt. Bischofskonferenz und die Evangelischen Kirchen in Deutschland vor zwei Jahren einen Bericht über Christenverfolgungen und die erwähnte Organisation. Sie stellten fest, dass die Angabe von rund 100 Millionen verfolgten Christen als unseriös gelte, weil sie nicht überprüfbar sei. Die dt. Kirchen kritisierten auch die Tendenz bei Open Doors aus, die Unterdrückung von Christen sei vor allem dem Islam anzulasten.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/christenverfolgungen-open-doors-uebertreibt/