Als Kirchenfrauen aufmüpfig wurden

«Nennt uns nicht Brüder. Frauen in der Kirche durchbrechen das Schweigen». Dieses 1985 von Norbert Sommer herausgegeben Buch kam mir kürzlich wieder in die Hände. Daraus zwei Zitate:
–          Bekanntlich hat die Züricherin Gertrud Heinzelmann 1962 in einer Eingabe an das Konzil die Weihe von Frauen gefordert. (Zwischenfrage: Wer von euch Älteren hat dies damals zur Kenntnis genommen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst viele Jahre später davon hörte…). Ein Kurialer hat ihr geschrieben, sie möge «innerlich sich wieder beruhigen, um dann Ihre Kräfte voll und ganz den apostolischen Aufgaben zu widmen, die der Herr der Frau zugedacht und bestimmt hat» . Dazu im vorliegenden Buch Ida Raming: «… die Kaste der Herren bestimmt und begrenzt die Aufgaben der Frau in der Kirche und beruft sich dabei auf den göttlichen ‹Herrn›, den sie ‹nach ihrem Bilde› schafft.
–          Hildegard Hamm-Brücher, FDP-Politikerin und Staatsekretärin sowie Mitglied der Synode der evang.-lutherischen Landeskirche Bayerns: «Bevor nicht auch die ersten Dekaninnen – an Landesbischöfinnen will ich noch gar nicht denken – bevor nicht Frauen in kirchenleitende Funktionen aufrücken können, kann man wohl nicht von Gleichberechtigung sprechen.» Damals, vor 30 Jahren, lagen offensichtlich Bischöfinnen selbst bei progressiven Kirchenfrauen noch nicht im Fokus. Inzwischen macht eine neue Landesbischöfin in Deutschland keine Schlagzeilen mehr. Ist ganz selbstverständlich geworden. Wie sieht’s bei uns in 30 Jahren aus???
Fortsetzung folgt

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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