Mein 4000. Blogbeitrag: In unserer Kirche gibt es viele Ausländer

In unserer Kirche wimmelt es seit Jahrtausenden nur so von Ausländern. Daran erinnerte kürzlich der Zürcher Pfarrer Roland Diethelm im «Blick am Abend», indem er die Frage beantwortete:
«Wo liegt aus christlicher Sicht die Aufnahmegrenze für orientalische Asylsuchende im Abendland, damit es seine Identität nicht verliert?»
Die Antwort: «In diesen Tagen feiert das christliche Abendland einen ungarisch-römischen Soldaten (Martin), eine libanesische Kaufmannstocher/türkische Prinzessin (Barbara), einen türkischen Bischof (Nikolaus), einen aramäisch-jüdischen Wanderprediger mit Familie und Hirten (an Weihnachten) und drei persisch-arabische Sterndeuter (Drei Weisen).»
Der Autor fragt sich dann, was diese Gruppe erleben würde, wenn sie eines Montags durch Dresden laufen würde, wenn Pegida sich versammelt.
Und: «Bei uns müssten die Stadtheiligen von Zürich, Solothurn, Genf und St. Moritz aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe ihren Reisepass vorweisen.»
Betr. Solothurn habe ich hier die Anekdote schon erwähnt: Beim Bau der Kathedrale St. Urs und Viktor stritten damals zwei Bauarbeiter auf dem Turm.. Ein Italiener, der als Fremder beschimpft wurde, erinnerte einen Einheimischen daran, dass auch seine Patrone Ausländer waren. Der Solothurner wollte es nicht glauben und war drauf und dran, den Italiener vom Turm zu stürzen.
Oder in meiner Heimatgemeinde Grosswangen: Als ein Ägypter sich als Zahnarzt bewarb, sagte er: «Bei euch gibt’s schon seit langem einen Ägypter.» Er spielte an den Heiligen Antonius an, den «Söitoni», zu dessen Fest jährlich Hunderte von Bauern in die Kapelle von Stettenbach pilgern…
Der erwähnte Pfarrer schliesst seine Kolumne mit dem Hinweis, wenn wir Notleidenden (Asylsuchenden) helfen, müssen wir uns um die «christliche Identität des Abendlandes» keine Sorgen zu machen.»
 

Walter Ludin

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