Die Ehevorbereitung bestehe oft darin, dass das Brautpaar mit dem Pfarrer eine Flasche Wein trinke, meinte kürzlich ein Bischof in einem Gruppengespräch, an dem ich teilnahm. Tatsächlich gibt es kaum eine profundere Ehevorbereitung. Noch in meinem Studium vor gut 40 Jahren hiess es, wir sollten die Paare anhalten, einen Ehevorbereitungskurs zu besuchen. Noch vor kurzem hat ein Paar, das ich vor 35 Jahren getraut habe, mir lachend erzählt: «Wir sind auf dich reingefallen. Denn wir merkten, dass solche Kurse überhaupt nicht mehr verpflichtend waren.»
Die Bischofssynode möchte hier Gegensteuer geben. Aus einer Pressemeldung.
Für eine wesentlich intensivere katholische Ehevorbereitung drängt der Wiener Dogmatiker Prof. Jan-Heiner Tück. «In unseren Breiten kann nicht mehr vorausgesetzt werden, dass Getaufte, die heiraten wollen, wissen, was eine sakramentale Ehe ist», so Tück in einem Interview mit der Kärntner Kirchenzeitung «Sonntag». Auf die Weihe zum Priestertum würden sich die Kandidaten jahrelang vorbereiten, doch vor der kirchlichen Eheschliessung gebe es oft kaum mehr als ein Gespräch mit dem Pfarrer, kritisierte der Theologe. «Hier klafft eine Lücke, die man pastoral neu und kreativ füllen müsste.» Insofern begrüsse er es, dass die vatikanische Familiensynode ganz entschieden für ein Ehekatechumenat eintritt, eine Art Glaubensschule, die die Paare vor der kirchlichen Trauung durchlaufen.
Auch die Interdiözesane Koordination der diözesanen und kantonalen Seelsorgeräte/IKO hat in der Diskussion über die Synode sich hinter das Postulat einer bessern Ehevorbereitung gestellt- ohne zu fordern, dass es gleich ein «Katechumenat» wird ….
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant