Aktiver Beitrag der Laien zur Glaubenserkenntnis

Zum ersten Mal nimmt P. Yves Congar an einer Sitzung der Gemischten Kommission über die Offenbarung teil. Für eine Intervention zum Thema Schrift und Tradition ist es zu spät. Doch meldet sich Congar sogleich mit einem Vorschlag zu einer Formulierung, welche den gläubigen Laien einen aktiven Beitrag zur Glaubenserkenntnis zuerkennen würde.Bislang spricht der Text nur «ziemlich ängstlich und verschämt» von der Zustimmung, dem «Konsens» der Laien; die Formulierung wird von Kardinal Ruffini sogar noch schonungslos attackiert (vgl. Co 1,336). Demgegenüber erinnert Congar daran, dass auch lehramtliche Texte dem Zeugnis der Gläubigen einen eigenen Wert zusprechen, und schlägt unter Berufung auf Dtn 19,15 vor, von einer «conspiratio» [Einklang, wörtlich: Zusammenhauchen] von Hirten und Gläubigen zu sprechen. Pointe dieses Begriffes ist, dass die Laien ebenso wie die Hirten zur geistlichen Erkenntnis des Glaubens aktiv beitragen.Ottaviani weist den Vorschlag als nicht die Sache betreffend zurück.Die Offenbarungskonstitution Dei Verbum wird die Formulierung Congars wieder aufnehmen in der Aussage, «dass im Festhalten am überlieferten Glauben, in seiner Verwirklichung und seinem Bekenntnis ein einzigartiger Einklang [singularis conspiratio] herrscht zwischen Vorstehern und Gläubigen» (DV 10).(emf)

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