Was gilt: Evangelium oder Umfragen?

Wie sinnvoll ist eine Lehre, die nur noch von den wenigsten Katholiken gekannt und von noch wenigeren beherzigt wird? Andererseits: Wie glaubwürdig ist eine Lehre, die den Eindruck erweckt, auf Umfragen zu beruhen?
So schreibt Lukas Wiegelmann in einem Kommentar der «Welt». Da wird wieder einmal eine falsche Alternative vertreten. Es geht ja nicht darum, ob die Kirche sich an der Lehre – des Evangeliums- ausrichtet oder an Umfragen.
Sondern: Die Kirche(nleitung) soll endlich das Evangelium und die andern Schriften des Neuen (und Alten) Testamentes endlich richtig und genau lesen. Dann findet sie zum Beispiel, dass das Ideal der Unauflöslichkeit der Ehe zwar betont wird, aber Ausnahmen kennt (»Unzuchtklausel», Privilgium Paulinum/Petrinum….). Und sie entdeckt, dass für Jesus nicht die reine Lehre, sondern das barmherzige Verhalten –auch gegenüber Sündern!! – entscheidend war.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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