Der christliche Glaube (und somit auch die Kirche) seien schuld an allem Übel der Welt. Diesen Eindruck bekommt man oft in Kommentaren zu meinem Blog, vor allem indem Bibelstellen aus dem Zusammenhang gerissen aneinander gereiht werden.
Auch Nietzsche sieht das Christentum als schuldig an. Er meint aber ganz andere Übel als sie üblich genannt werden:
«Das ursprüngliche Christentum ist Abolition (Abschaffung) des Staates. Es verbietet den Eid, den Kriegsdienst …. Es ist auch Abolition der Gesellschaft: Es bevorzugt alle von ihr Geringgeschätzte. Es wächst heraus aus den Verrufenen und Verurteilten, den Aussätzigen jeder Art… Es verschmäht die Reichen ….»
Und weiter: Es predigt die Gleichheit aller Menschen. Diese aber sei «das non plus ultra des Blödsinns auf Erden.»
Während Jesus die Nächstenliebe hoch leben liess, meint Nietzsche: «Es gibt nichts anderes als Egoismus.»
Wie würde die Welt aussehen, wenn das Christentum wirklich konsequent die von Nietzsche verachteten Werte zur Geltung bringen würde?
(Die Zitate verdanke ich meinem leider viel zu früh verstorbenen Berliner Journalistenkollegen Horst Goldstein.)
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/gleichheit-der-groesste-bloedsinn-auf-erden/