Papst Benedikt XVI. gebührt höchster Respekt für seinen Amtsverzicht. Menschlich gesehen sowieso, aber auch theologisch. Denn hier wird die ganz eigene Würde der Gewissensentscheidung eines Christen greifbar, der sich aus pastoralen Gründen – in diesem Fall die Einsicht in die eigene zunehmende Gebrechlichkeit – dazu entschliesst, mit einer scheinbar unantastbaren Tradition zu brechen. Hier spricht die körperliche Not eines Menschen. Ihr kann man aus dem Reich platonischer Ideen heraus kaum angemessen antworten. Und hier kommt man auch mit einer reinen Hermeneutik der Kontinuität nicht weiter. Angesichts dieser päpstlich verursachten Diskontinuität fragt sich: Was bedeutet das für die so umstrittene Auslegung des Konzils? Dem Papst jedenfalls sei ein erfüllter, ruhiger Lebensabend von Herzen gegönnt.(Christian Bauer)
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