«Man kann sehr gut israelkritisch sein, ohne antizionistisch und antisemitisch zu sein», betonte der israelische (!!) Historiker und Philosoph Moshe Zuckermann in einem Interview mit der Zeitschrift «Neue Wege». Ich denke, eine solche Stimme kann die verhärteten Fronten aufweichen und vielleicht den einen oder andern vorsichtiger machen, mit der «Anti-Semitismus-Keule» zu winken.
Zuckermann meint auch, der Antisemitismus wirke sich nicht nur negativ auf Israel aus: «Es liegt auch im Interesse Israels (wenn es antisemitische Vorfälle gibt). Denn je mehr Antisemitismus es in der Welt gibt, umso besser ist es für das Selbstverständnis des Staates als Zufluchtsstätte für alle Juden.» Er habe in einem Buch Ben Gurion zitiert, der einst sagte, wenn der Antisemitismus zum Erlahmen komme, müsse er wieder angefeuert werden, damit die Juden nach Israel kommen.» Erstaunlich, aber logisch …
Mit Recht werden z.B. palästinensische Schulbücher erwähnt, die zum Judenhass aufrufen. Aber die hiesige Israel-Lobby verschweigt, was Zuckermann so skizziert:
«Wie oft hört man auf den Fussballplätzen Israels: ‹Tod den Arabern!› Wie oft hört man, dass ein toter Araber ein guter Araber sei. … Man muss sagen: Wehret den Anfängen.»
Mit Blick in die Zukunft meint Zuckermann: «Wenn Israel den Frieden mit den Palästinensern schliessen würde, würde eine ganze Menge Antisemitismus abgeschafft.»
Dem möchte ich nichts hinzufügen. Nun übergebe ich das Wort unserem Chefkommentatoren Kari, der sicher den israelischen Standpunkt besser verteidigen kann als der Jude Zuckermann.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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