Weiterer Unsinn aus Chur

In der neuesten Ausgabe der «Neuen Wege» befasst sich mein alter Freund Willy Spieler (wir kennen uns seit 1965) mit den Aussagen von GV Grichting über eine «politisierende Kirche». Sein Fazit: Man sollte meinen, als Generalvikar hätte er «einen andern Auftrag, als den Neoliberalen ein gutes Gewissen einzureden und Gläubige zu schmähen, die sich für das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit einsetzen».
Der Hintergrund: Der Churer Generalvikar hat den Präsidenten der Bischofskonferenz (!!) gescholten, weil er es gewagt hat, die Banken- und Finanzwelt zu kritisieren, weil diese sich «von den realen Bedürfnissen der Wirtschaft verabschiedet hat». Eigentlich eine banale Aussage, der jeder, der nicht gerade in der kritisierten Welt seine Millionenprofite macht, zustimmt.
Weiter schrieb der GV, nicht wenige Kirchenleute «setzen das Evangelium als Marketinginstrument für ihr Gutmenschentum ein.» Lassen wir beim letzteren Begriff die Logik walten: Was ist das Gegenteil von gut? Also müsste Grichting sich als «Schlechtmenschen» bezeichnen! Was nicht einmal seine Gegner wagen …
 

Walter Ludin

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