Die Schweiz nimmt begeistert Flüchtlinge auf

Mit Blumen und Kränzen nimmt die Schweiz Flüchtlinge auf. Nein, das ist leider keine aktuelle Meldung. So begrüsste 1956 unser Land die Flüchtlinge aus Ungarn. Der Journalist Miklos Gimes erinnert sich daran als einer davon in seinem Bericht im neuesten Tages-Anzeiger-Magazin.
Und ich erinnere mich auch an die Sympathiewelle, welche damals den Flüchtlingen entgegenschlug. Als knapp Elfjähriger begann ich damals Zeitung zu lesen. Im «Vaterland» fand ich einen kurzen Ungarisch-Sprachkurs und lernte die ersten fremdsprachigen Ausdrücke ….
Gimes erwähnt in seinem Bericht die bekannte Tatsache, dass Flüchtlinge, die von Kommunisten verfolgt wurden, mit offenen Armen aufgenommen wurden, andere jedoch nicht:
«So nahm die Schweiz Anfang der Achtzigerjahre pauschal 1500 Asylbewerber aus Polen auf, nachdem dort das Kriegsrecht verhängt worden war. Von den 1341 Gesuchen hingegen, die etwa zur gleichen Zeit nach einem Militärputsch in der Türkei gestellt wurden, hiess der Bund ganze 38 gut.»
Heute würden wohl die meisten Ungarn gar kein Asyl erhalten würden, wird im Artikel ein hoher Beamter zitiert. «Grosszügigkeit ist eine Frage des politischen Willens. Wenn wir wirklich wollen, wäre es möglich, 100 000 Syrer in der Schweiz unter Schutz zu stellen.»

Walter Ludin

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