Unsere «Volkspartei» überbietet sich im Hinblick auf die Wahlen mit «Lösungs»Vorschlägen zur Flüchtlingsfrage. So sollen ein Jahre keine Asylsuchende in unser Land hineingelassen werden. Obwohl Regierungspartei ruft sie dazu auf, Widerstand gegen jede Asylunterkunft zu leisten.
Dazu kommt mir ein Wort aus Österreich unter die Augen: «Wenn wir nicht lernen, mit den Migranten und Flüchtlingen zu leben, die in noch viel grösserer Zahl kommen werden, könnte das in einer Barbarei enden», warnte die Wiener Pastoraltheologin Regina Polak.
Zugleich sei sie «schockiert» über die «sprachlichen Verschärfungen» in der politischen Debatte in Österreich, so Polak unter Verweis etwa auf Äusserungen von FP-Politikern im Parlament. Entgleisungen wie jene von Dagmar Belakowitsch-Jenewein (»…darin können sie schreien so viel sie wollen») zeigten «den Ungeist unappetitlicher Rassismen» – und die Tatsache, dass solche Äusserungen weitgehend konsequenzlos blieben zeige zugleich eine «erschreckende Desensibilisierung» des öffentlichen Diskurses. «Und mit der Verrohung der Sprache sinkt auch die Humanität und die Schwelle der Aggression.»
Vor einigen Tagen las ich dazu den folgenden Aphorismus:
Schweigen die Klugen, regiert der Unverstand. © Esther Klepgen (*1965), Autorin
3. Nochmals R. Polak: Von Seiten der Politik sei es an der Zeit, die Augen zu öffnen und einzuräumen, dass die Probleme, die Menschen zu Flüchtlingen werden lassen, «hausgemacht» sind: sei es durch ausbeuterische Wirtschaftspolitik, durch den in Kauf genommenen Klimawandel oder durch Krieg.
Im Luzerner Tatort zeigt ein Flüchtling aus Nigeria ein Bild: Ein Ölfirma verschmutze die Fischgründe, so dass die Fischer ihre Existenzgrundlage verlieren: «Wenn ihr die nicht stoppt, könnt ihr noch so lange versuchen, die Grenzen zu schliessen. Wir kommen zu euch.»
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/zentrale-randbemerkung-zum-thema-asyl/