Die Massaker vom Freitag rückten den ISLAMISCHEN STAAT wieder ins Zentrum des Interesses. Der Journalist Todenhöfer hat bereits vor einigen Wochen ein Buch veröffentlicht, nachdem er zehn Tage bei den Jihadisten war (»Man muss seine Feinde kennenlernen.» Hier zwei seiner Folgerungen:
Bombardierungen sind kontraproduktiv
Die intensiven Bombardierungen der irakischen Regierung und der USA hält Todenhöfer für falsch. In einer Stadt wie Mossul mit heute noch etwa zwei Millionen Einwohnern könne man unmöglich 5000 bis 10’000 IS-Kämpfer vernichten, die dezentral unter der Bevölkerung lebten. Umso grösser sei der Schaden: «Jeder zivile Einwohner und jede zivile Einwohnerin, die durch die Bomben getötet wird, macht hundert Bewohner zu Anhängern der IS», sagte Todenhöfer in einem Interview.
«Ohne den Krieg gegen den Irak keine IS»
Todenhöfer hält dem Westen aber vor Augen, dass es ohne den völkerrechtswidrigen Krieg der USA gegen das Regime von Saddam Hussein die IS höchstwahrscheinlich nicht gäbe: «Ohne den Krieg mit Bomben von George W. Bush gegen den Irak gäbe es den IS gar nicht. Der IS ist ein Baby von George W. Bush.»
Etliche US-Politiker geben Todenhöfer recht: Gegenüber mehreren Medien bezeichnete der demokratische Kongressabgeordnete von Connecticut, Jim Himes, den US-Krieg gegen Irak als «grössten strategischen Fehler des Jahrhunderts». Die IS habe sich nur wegen dieses Kriegs ausbreiten können.
PS von WLu. Genaue diese Analyse machte auch Arnold Hottinger (Wir haben über seinen Vortrag berichtet.) Er formulierte sogar: «IS ist Bush’s Baby.»
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/islamischer-staat-was-zu-bedenken-ist/