Pfingsten: Tag der Internationalität

Es ist eine höchst internationale Gesellschaft, die uns im Pfingstbericht begegnet. Darum denke ich, das Folgende passe zum heutigen Fest:
In Publik-Forum schreibt der ostdeutsche Schriftsteller Konrad Weiss: «Es ist wichtig, dass der instinktiven Abwehr des Fremden bewusst Menschlichkeit und Nächstenliebe entgegengesetzt werden. Die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen und Heimatlosen muss nicht nur von der Politik ausdrücklich gewollt, sondern auch von der Zivilgesellschaft und den moralischen Autoritäten – den Kirchen und Religionsgemeinschaften, den Schulen und Medien – ausdauernd gefordert und gefördert werden. Menschen in Not eine neue Heimat zu geben, sie aufzunehmen und ihnen ein freundlicher Nachbar zu sein, gerade das gehört doch zu den abendländischen Tugenden – nicht aber geifernde Abwehr und Fremdenfeindlichkeit. Über diese Werte nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa zu sprechen ist angesichts der Flüchtlingsdramen überfällig.» Wie wenig überflüssig es ist, sich für die Menschen in Not einzusetzen, die ihre Heimat verlassen mussten, zeigt das, was in Amden  SG zurzeit passiert. Die Baldegger Schwestern mussten dort ihr Haus aufgeben. Sie verkauften es dem Kanton, der dort in Flüchtlingsheim eröffnen wird. Es kam zu einem kleinen Volksaufstand – in diesem Dorf, das sich wohl «christlich» nennt. Ein Nachbar des Hauses drohte mit Kirchenaustritt.
Und in der Sendung «Vetters Töne» vom vorletzten Samstag waren hasserfüllte Voten zu hören. Ein Mann zum Beispiel meinte: «Wir können auch nicht in ein anderes Land gehen – dort frässä ond suffä.»  Vetter fand dies nicht gerade logisch in einem Dorf, das von den Touristen lebt, auch von ausländischen ….
 

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/pfingsten-tag-der-internationalitaet/