Die reine Lehre ist für gewisse Kirchenmänner zentral. Von Barmherzigkeit gegenüber Schwachen wollen sie nichts wissen. Obwohl ein unbarmherziger Jesus völlig unvorstellbar ist –wie Jacqueline Keune in einem Wort zum Sonntag von kath.ch anschaulich geschildert hat:
Können Sie sich vorstellen, dass Jesus den Vater im Gleichnis vom verlorenen Sohn zu seinem Jungen, der eben sein ganzes Erbe mit Partys durchgebracht hat und nun abgebrannt und reumütig nach Hause kommt, sagen lässt: So, nun bin ich wieder gut genug. Du kannst gleich wieder dorthin zurück, wo du hergekommen bist! – Können Sie sich vorstellen, dass Jesus zur Ehebrecherin, die zittern am Boden kauert inmitten dieses erbarmungslosen Rings aus Männern, meint: Her mit den Steinen! Die hat’s nicht anders verdient! – Können Sie sich vorstellen, dass Jesus Petrus, der ihm auf dem See Genezaret entgegenkommt und nun am Untergehen ist, zuruft: Warum hast du mir nicht geglaubt? Schau selber, wie du nun da rauskommst! – Dass Jesus die syrophönizische Frau anherrscht: Was kümmert mich Juden dein Heidenkind! – Oder dass er den römischen Hauptmann von Kafarnaum, der ihn für seinen gelähmten Diener bittet, der grosse Qualen leidet, wissen lässt: Dein Problem, nicht meines. Je ne suis pas Charlie.
Undenkbar, absolut undenkbar diese Antworten. Solche Sätze kommen nur uns Menschen in den Sinn …..
PS. Jacqueline steht mir in der Redaktions-Kommission des Franziskuskalender beratend zur Seite. In der neuesten Ausgabe gibts einen sehr lesenswerten Artikel von ihr zum Thema Geld.
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Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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