Sie trägt meinen Familiennamen: Fereshda Ludin. Doch wir sind keineswegs miteinander verwandt. Sie kommt aus Afghanistan und wurde vor Jahren bekannt, als sie gegen den dt. Staat klagte, weil ihr verboten wurde, als Lehrerin das Kopftuch zu tragen. (Ein Hinweis auf ihre Bekanntheitsgrad: Bei Google gibt’s für sie rund 40 000 Links, bei mir im Augenblick etwa 36 000 ……).
Doch hier zu einer andern Muslima und ihrer sehr differenzierten Stellung im Streit um das Kopftuch: Die ebenfalls in Deutschland lebende Türkin Emel Zeynelabidin hat ihr Kopftuch abgelegt, sie ist aber gegen ein Verbot. In einem Gespräch mit der FAZ:
»Ich halte grundsätzlich nichts von Verboten, wenn es die Möglichkeit gibt, Konflikte im Gespräch zu lösen. Ich sage immer: Das Kopftuch ist eine Schande für den Islam, und das Kopftuchverbot ist eine Schande für die Demokratie. Das Tuch ist eine Schande für den Islam, weil der Islam mehr ist als ein Stück Stoff, das zu einem grotesken Politikum geworden ist. Das Verbot ist eine Schande für die Demokratie, weil es ein Berufsverbot ausspricht, ohne die sozialen und psychischen Umstände der Betroffenen zu würdigen. Eine muslimische Frau mag viele Gründe haben, ihr Kopftuch nicht abzulegen: Tradition, persönliches Körpergefühl, die Furcht, eine Sünde zu begehen, und die Angst, Zugehörigkeit zu verlieren oder verleumdet zu werden.»
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Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/fereshda-ludin-und-das-kopftuch-verbot/