Lagerblog und Wachsmatrize

Auf Homepages von Zeitungen und Pfarreien sind sie in diesen Wochen zu lesen, die Lagerblogs von Blauring und Jungwacht, Pfadi, Sportvereinen und anderen. Googeln Sie mal «Lagerblog», Sie werden staunen, wie viele es gibt!

Auf Homepages von Zeitungen und Pfarreien sind sie in diesen Wochen zu lesen, die Lagerblogs von Blauring und Jungwacht, Pfadi, Sportvereinen und anderen. Googeln Sie mal «Lagerblog», Sie werden staunen, wie viele es gibt!
Das erinnert mich an meine eigene Zeit als Blauringleiterin und die diversen Lager, die ich mitgeleitet habe. Am lebhaftesten ist mir jenes in Täsch in Erinnerung, 14 Tage praktisch Dauerregen, Picknick in der Turnhalle statt draussen im Grünen, Gummistiefel statt Sandalen oder Wanderschuhe, Wäscheleinen überall im Lagerhaus, an denen Kleider trockneten (oder auch nicht) und im Laufe  der zweiten Woche die leise Verzweiflung: Was machen wir nur mit unseren quirligen Mädchen, die längst genug hatten von all dem Nass …?

Regel Nr. 1: Möglichst schön schreiben!

Schon damals war das Berichten aus dem Lager üblich, und weil ich damals gern Aufsätze schrieb und das auch einigermassen gut konnte, war das oft meine Aufgabe. Aber selbstverständlich waren tägliche Berichte noch kein Thema! Wenn immer möglich versuchten wir so gegen Ende der ersten Woche einen Text an die Lokalzeitung zu schicken. Wenn es ein Fotogeschäft im Ort gab, war es eventuell sogar möglich, erste Bilder entwickeln zu lassen, aber das war eher selten der Fall, wir behalfen uns mit Postkarten oder Zeichnungen von den Kindern. Geschrieben wurde (möglichst schön) von Hand, denn niemand schleppte eine Schreibmaschine mit ins Lager!

Der grosse Bericht

Ein grosser, ausführlicher Bericht erschien erst nach dem Lager in unserer Blauring-Zeitung. Diesmal mit der Schreibmaschine auf sogenannte «Schnapsmatrizen» geschrieben und auf dem kostbaren Umdrucker im Pfarreisekretariat gedruckt (die Pfarrei-Sekretärin überwachte das Drucken jeweils mit Argusaugen!). Im Herbst fand dann an einem Samstagabend der Lagerrückblick statt, mit vielen Dias (PowerPoint war noch nicht erfunden) und Produktionen vom Bunten Abend. Jedes Mal ein zweites Highlight im Blauring-Jahr, so wie wohl heute noch!
Telefon gab es übrigens im Lagerhaus, wenn überhaupt, nur eines und es wurde nur in Notfällen benutzt. Keine Handys, keine SMS, keine Anrufe und so blieben denn die Eltern im Idealfall 14 Tage ohne Nachricht von ihren Sprösslingen – no news is good news!
Ja, so war das damals, vor etwa 30 Jahren. Umständlicher, beschwerlicher sagt wahrscheinlich die Jugend von heute. Aber uns kam es nicht so vor. Wir waren damals genauso mit Herzblut dabei und an die fröhlichen Stunden im Pfarreisekretariat mit meinen Blauring-Freundinnen, der besorgten Sekretärin und dem störrischen Umdrucker denke ich immer wieder gern zurück!

Ab ins Sommerlager (kath.ch)
Beispielblog: Blog der Jubla Emmishofen-Kreuzlingen TG

Barbara Fleischmann

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/lagerblog-und-wachsmatrize/