Was steht im Koran über Krieg und Frieden?

Nachdem in der Weltwoche ein langer Artikel den Islam frontal angegriffen hatte, gab das Blatt einem Zürcher Imam erfreulicherweise Platz für eine lange Gegendarstellung. Diese zeigt ein völlig anderes Bild des Korans als es hierzulande gewöhnlich gezeichnet wird – vor allem von Leuten, welchen Al-Kuran noch nie in der Hand hatten…..
Der Koran, ein Buch der Gewalt?
Andreas Thiel prangert in seinem Artikel die vermeintlich gewalttätige Lehre des Korans an und wirft Mohammed mitunter die schlimmsten Sachen vor, welche man einem Menschen nur vorwerfen kann.
Von Sadaqat Ahmed
Dass diese Vorwürfe nicht nur teilweise zu entkräften sind, sondern vollständig im Gegensatz zu der eigentlichen Lehre des Islams stehen, soll dieser Artikel aufzeigen. Die eigentliche Lehre des Islams garantiert auch die Meinungsäusserungsfreiheit sowie das kritische Hinterfragen, doch zieht sie Grenzen dort, wo es nur noch um Diffamierung, Beleidigungen und Verleumdungen geht. Denn der Koran lehrt uns, dass wir nicht unter denen sitzen bleiben sollen, die den Glauben beleidigen, bis sie wieder zu einem anderen Wort übergehen (4:140). Dass diese friedliche Lehre nicht bloss ein Lippenbekenntnis ist, sondern auf der tatsächlichen Grundlage der Religion basiert, soll in diesem Artikel dargestellt werden.
War Muhammad ein Massenmörder und Kriegstreiber?
Andreas Thiel wirft dem Propheten Mohammad (saw) vor, er sei ein Massenmörder gewesen. Er hätte immer wieder zum Krieg aufgerufen. Doch schaut man die tatsächliche Biographie des Propheten an, wird es schwierig diesen Charakterzug auszumachen. Im Vergleich zu den 22264 Tagen, in welchen er die Botschaft des Islam auf friedliche Art und Weise überbrachte, verbrachte er nur 126 Tage im Verteidigungskrieg.
Nachdem Mohammed von Gott beauftragt wurde, den Menschen seine wahre und friedliche Lehre zu verkünden, an einen Gott, Allah, zu glauben, sah sich der Prophet starker Opposition gegenüber. 13 Jahre lang wurden Mohammed sowie seine Anhängerinnen und Anhänger grausam verfolgt. Anhänger wurden öffentlich gedemütigt, schikaniert und gar getötet. Die Reaktion auf diese Verfolgung war aber nicht etwa Gegengewalt sondern Geduld, sogar unter den schwierigsten Verhältnissen. Weder Beleidigung noch Verfolgung konnten sie zu einem Benehmen verleiten, welches nicht zu ordentlichen, den Gesetz gehorchenden Bürgern passen würde, was der Islam den Muslimen auch vorschreibt. Falls aber die Verfolgungen so weit gehen und die Glaubensausübungen nicht mehr frei sind, soll man gemäss dem Koran das Land verlassen, aber nicht zu Unruhestiftern gegen die eigene Regierung werden. (Sure 4, Verse 98 – 101)
Als damals die Verfolgung dann unerträglich wurde, befahl der Prophet deshalb den Muslimen Mekka zu verlassen und nach Medina auszuwandern. Später verliess Mugammed auf Befehl Gottes ebenfalls Mekka und ging nach Medina. Erst als die Mekkaner nicht abliessen die Muslime bis nach Medina zu verfolgen und sie dort angriffen, erlaubte Gott dem Propheten Mohammad und seinen Gefährten sich zu verteidigen. So heisst es im Koran:
«Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen, jenen die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: «Unser Herr ist Allah.» Und würde Allah nicht die einen Menschen durch die anderen im Zaum halten, so wären gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen niedergerissen worden, worin der Name Allahs oft genannt wird. Allah wird sicherlich dem beistehen, der Ihm beisteht. Allah ist fürwahr allmächtig, gewaltig.» (Sure 22, Verse 40-41)
Diese Verse zeigen, dass der Koran nur den Verteidigungskrieg erlaubt. Mehr noch wird an dieser Stelle eindeutig dazu aufgerufen alle Gotteshäuser, seien das Klöster, Kirchen, Synagogen oder Moscheen und deren Personen zu beschützen. Man kann auch aus dem Koran belegen, dass zu dem Zeitpunkt, als den Muslimen der Verteidigungskrieg erlaubt wurde, sie schwach waren und nicht in den Kampf ziehen wollten (Sure 4, Vers 78). Weiter steht im Koran:
«Der Kampf ist euch befohlen, auch wenn er euch missfällt (…)». (Sure 2, Vers 217)
In diesem Kontext ist dieser Vers sowie alle Verse im Koran, worin es um Kampf bzw. um Verteidigung geht, zu verstehen. Alle Kriege gegen die Mekkaner fanden in der Umgebung von Medina statt, also in dem Land wohin die Muslime emigrierten. Hier griff die Regierung der Mekkaner die gläubigen Muslime sowie die Regierung in Medina an. Aus dem Grund waren die Muslime gezwungen, sich zu verteidigen. Genau für eine solche Verteidigung hat auch die Schweiz eine Armee. Den Muslimen war nur erlaubt gegen solche zu kämpfen, die sie angriffen.
So heisst es in den Versen 191 – 194 der Sure 2:
«Und kämpfet für Allahs Sache gegen jene, die euch bekämpfen, doch überschreitet das Mass nicht, denn Allah liebt nicht die Masslosen. (…) Wenn sie jedoch ablassen, dann ist Allah allvergebend, barmherzig. Und bekämpfet sie, bis die Verfolgung aufgehört hat und der Glauben an Allah (frei) ist. Wenn sie jedoch ablassen, dann (wisset), dass keine Feindschaft erlaubt ist, ausser wider die Ungerechten.»
Des Weiteren sind die Muslime dazu angehalten nicht mit denen zu kämpfen, mit denen ein Bündnis besteht, die den Bündnisvertrag auch einhalten oder mit denen, die den Frieden anbieten. (Sure 4, Vers 91) An weiteren Stellen wird dazu aufgerufen, zum Frieden geneigt zu sein: 
«Sind sie jedoch zum Frieden geneigt, so sei auch du ihm geneigt und vertraue auf Allah. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allwissende. Wenn sie dich aber hintergehen wollen, so ist Allah fürwahr deine Genüge. Er hat dich gestärkt mit Seiner Hilfe und mit den Gläubigen.» (Sure 8, Verse 62-63)
Aus diesem Vers geht auch hervor, dass man auch dann den Frieden nicht brechen darf, wenn der Verdacht besteht, man werde hintergangen. Der Prophet Mohammed war kein Massenmörder, viel mehr bezeichnet ihn der Koran als Barmherzigkeit für die ganze Welt:
«Wir entsandten dich nur als eine Barmherzigkeit für alle Welten.» (Sure 21: Vers 108)
Als er schliesslich kampflos nach Mekka zurückkehrte und ihm seine Verfolger und Peiniger ausgeliefert waren, rächte er sich nicht etwa. Viel mehr verzieh er den Erzfeinden und den Kriegsverbrechern, obwohl sie ein Blutbad und schlimme Vergeltung fürchteten. In diesem Sinne war Muhammed eine Manifestation Gottes, der von sich im Koran verkündet:
«Meine Barmherzigkeit umfasst jedes Ding» (7:157)
Welchen Umgang lehrt der Koran mit Andersgläubigen? 
Unmissverständlich liest man im Koran, dass Andersgläubigen mit Respekt, Liebe und Toleranz zu begegnen ist. Der Koran anerkennt alle Propheten und fordert keinen Unterschied zwischen ihnen zu machen (Sure 2, Vers 287). Ob Buddha, Zarathustra oder die Propheten, welche in der Bibel vorkommen: als Muslim soll man an alle Gesandten Gottes glauben. Gott sagt selber im Koran, er hätte überall auf die Welt Propheten gesandt (Sure 13, Vers 8/ Sure 16, Vers 37). Auch der Prophet Muhammed sprach darüber, dass Gott vor ihm 124’000 Propheten zu dieser Welt geschickt hätte.
Der Islam hält anders Gläubigen die Hand der Zusammenarbeit und Freundschaft entgegen und lädt sie ein, sich auf dem Grundprinzip zu einigen an das sie alle zu glauben behaupten. (Sure 3, Vers 65)
Dieses friedliche Grundprinzip gilt selbstverständlich auch Juden und Christen gegenüber. So steht über diese im Koran:
«Jene, die geglaubt haben, und die Juden und die Sabäer und die Christen – wer da an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und gute Werke tut –, keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie trauern.» (Sure 5, Vers 70)
Der Koran pauschalisiert nicht, denn es steht geschrieben:
«Sie sind nicht (alle) gleich. Unter dem Volke der Schrift ist eine Gemeinde, die fest (zu ihrem Vertrag) steht; sie sprechen Allahs Wort in den Stunden der Nacht und werfen sich nieder (vor Ihm). Sie glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und gebieten das Gute und verwehren das Böse und wetteifern miteinander in guten Werken. Und sie zählen zu den Rechtschaffenen. Und was sie Gutes tun, nimmer wird es ihnen bestritten; und Allah kennt die Gottesfürchtigen wohl.» (Sure 3, Verse 114-116)
Dass man sich dem Volk der Schrift, also den Juden und Christen gegenüber, freundschaftlich verhält, ist ein Grundsatz, der im Koran steht. Selbstverständlich darf man diese auch zu Freunden nehmen. Nur unter gewissen Umständen solle man diese nicht zu Freunden nehmen. Diese Umstände sind in der Sure 60, Vers 9-10 aufgeführt:
«Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht bekämpft haben des Glaubens wegen und euch nicht aus euren Heimstätten vertrieben haben, gütig zu sein und billig mit ihnen zu verfahren; Allah liebt die Billigkeit Zeigenden. Allah verbietet euch nur, mit denen, die euch bekämpft haben des Glaubens wegen und euch aus euren Heimstätten vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben, Freundschaft zu machen. Und wer mit ihnen Freundschaft macht – das sind die Missetäter.»
Aber nicht nur mit ihnen. Die eigentliche Aufgabe von Mohammed war, die Menschen zu lehren, keine Götzen anzubeten. Trotzdem verbietet der Koran ausdrücklich, böse Worte gegen Götzen zu verwenden und gebietet, man solle den Götzendienern Schutz gewähren, wenn sie um diesen bitten.
«Und schmähet nicht die, welche sie statt Allah anrufen, sonst würden sie aus Groll Allah schmähen ohne Wissen. Also liessen Wir jedem Volke sein Tun als wohlgefällig erscheinen. Dann aber ist zu ihrem Herrn ihre Heimkehr; und Er wird ihnen verkünden, was sie getan.» (Sure 6, Vers 109)
«Und wenn einer der Götzendiener bei dir Schutz sucht, dann gewähre ihm Schutz, bis er Allahs Wort vernehmen kann; hierauf lasse ihn die Stätte seiner Sicherheit erreichen. Dies weil sie ein unwissendes Volk sind.» (Sure 9, Vers 6)
Diese Toleranz widerspiegelt sich auch in der, im Koran an mehreren Stellen garantierten Religions- und Gewissensfreiheit. So steht in der Sure 2, Vers 257:
«Es soll kein Zwang sein im Glauben.»
Weiter steht in der Sure 18, Vers 30, man solle den gläubig sein lassen, der will, und den ungläubig, der will. Starke Worte finden sich im Zusammenhang der vorgeworfenen Zwangsbekehrung. Diese verwirft der Koran mit Logik:
«Und hätte dein Herr Seinen Willen erzwungen, wahrlich, alle, die auf der Erde sind, würden geglaubt haben insgesamt. Willst du also die Menschen dazu zwingen, dass sie Gläubige werden?» (Sure 10, Vers 100)
Und weiter steht in Sure 6, Vers 108, dass Prophet Mohammed kein Hüter oder Wächter ist. Seine Aufgabe liegt darin, die Botschaft zu verkünden.
«Hätte Allah Seinen Willen erzwungen, sie hätten (Ihm) keine Götter zur Seite gesetzt. Wir haben dich nicht zu ihrem Hüter gemacht, noch bist du ein Wächter über sie.»
Wenn man seinen Glauben verbreiten möchte, dann nur mit Weisheit und Vernunft:
«Rufe auf zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiss am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt am besten jene, die rechtgeleitet sind.» (Sure 16, Vers 126)
Diffamierte Muhammed Jesus?
Mohammed sah alle Propheten, die vor ihm gekommen waren als seine Brüder an. Auch Jesus Christus gegenüber zollte er grossen Respekt. Der Koran enthält viele Verse, mit denen man dies belegen kann. Zum Beispiel steht in der Sure 3, Vers 46: 
«Wie die Engel sprachen: «O Maria, Allah gibt dir frohe Kunde durch ein Wort von Ihm: sein Name soll sein der Messias, Jesus, Sohn Marias, geehrt in dieser und in jener Welt, einer der Gottnahen.»
Ja eine ganze Sure trägt den Namen von Jesus Mutter Maria! Dass Muhammed Jesus Christus nicht als Sohn Gottes bezeichnete, ist alles andere als eine Diffamierung, viel mehr ist es eine Richtigstellung. Wie sich selber, so sah er auch Jesus als einen einfachen Diener Gottes. Muhammed lehrte weiter, Jesus sei nicht am Kreuz den Tod eines Verfluchten gestorben, sondern sei von Gott errettet worden.
Die Stellung der Frau im Islam
Auch findet ein öffentlicher Diskurs zu Stellung der Frau im Islam statt. Fakt ist, dass in vielen Teilen der sogenannten islamischen Welt Frauen diskriminiert werden. Das ist leider in vielen Kulturen immer noch der Fall. Doch auch dies kann nicht auf die ursprüngliche Lehre des Islam zurückgeführt werden. Frauenverachtende Praktiken wie Steinigung, Beschneidung oder Ehrenmord finden keine Legitimation im Koran. Viel mehr prangert der Koran patriarchale Traditionen an und betont die Gleichwertigkeit der Geschlechter (16:59f., 4:2, 3:195, 9:72). Die damals vom Propheten Muhammad eingeführten Rechte für die Frauen, waren eine regelrechte Revolution in einer an sonnst misogynen Kultur. Auch heute zeigt der Einsatz von muslimischen Frauenorganisationen, wie etwa bei der Ahmadiyya Muslim Jamaat ,der «Lajna Imaillah», dass der Kampf gegen frauenverachtende Praktiken aufgrund der Lehre des Korans geführt wird. Normative Quellen des Islam stehen somit im Gegensatz zu frauenfeindlichen Praktiken welche in gewissen Kulturen geführt werden.
Muhammed der Sklavenhalter?
Muhammed lebte zu einer Zeit, in der die Sklavenhaltung zum Usus gehörte. Sein persönliches Verhalten, richtete sich aber gegen den Strom. Einerseits lehrte er, man solle die Sklaven wie Brüder behandeln. Man sollte das gleiche Essen ihnen geben wie sich selbst und sich gleich kleiden. Sklaven solle man auch nicht als solche bezeichnen, sondern mit Respekt ansprechen.
Aber nicht nur für die gute Behandlung der Sklaven setzte er sich ein. Viel mehr war er ein Verfechter der Sklavenbefreiung. Als er von seiner ersten Frau Geld erhielt, kaufte er als erstes damit Sklaven frei. Anderen predigte er, durch die Befreiung von Sklaven könnten sie das Paradies erreichen. Zur Befreiung der Sklaven wird an mehreren Stellen im Koran aufgeführt. So lehrt der Koran wie man die Nähe zu Gott erreichen bzw. erklimmen kann zum Beispiel in der Sure 90, Verse 13-17, in welcher steht:
«Und was lehrt dich wissen, was das Erklimmen ist? Die Befreiung eines Sklaven. Oder die Speisung an einem Tage der Hungersnot, Einer nah verwandten Waise, Oder eines Armen, der sich im Staube wälzt.»
Dieselbe Aussage findet sich auch an anderer Stelle im Koran:
«Nicht darin besteht Tugend, dass ihr euer Antlitz nach Osten oder nach Westen kehrt, sondern wahrhaft gerecht ist der, welcher an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und an die Engel und das Buch und die Propheten und aus Liebe zu Ihm Geld ausgibt für die Angehörigen und für die Waisen und Bedürftigen und für den Wanderer und die, die um eine milde Gabe bitten, und für (Loskauf der) Gefangenen, und der das Gebet verrichtet und die Zakât zahlt; sowie jene, die ihr Versprechen halten, wenn sie eins gegeben haben, und die in Armut und Krankheit und in Kriegszeit Standhaften; sie sind es, die sich als redlich bewährt haben, und sie sind die Gottesfürchtigen.» (Sure 2, Vers 178)
Keine Moral im Koran?
Keineswegs! An vielen Stellen findet man Aussagen, in denen ein moralisch richtiges Verhalten thematisiert wird. Im Koran steht, wenn man einen Menschen töte, sei dies so schlimm, als hätte man die ganze Menschheit getötet. Und wenn man das Leben eines Menschen erhält, so ist dies als hätte er die ganze Menschheit gerettet (Sure 5, Vers 33) Hier noch drei weitere Beispiele:
«die da spenden in Überfluss und Mangel, die den Zorn unterdrücken und den Mitmenschen vergeben; und Allah liebt, die da Gutes tun» (Sure 3, Vers 135)
«O die ihr glaubt! Seid standhaft in Allahs Sache, bezeugend in Gerechtigkeit! Und die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist kundig eures Tuns.» (Sure 5, Vers 9)
«O die ihr glaubt! lasset nicht ein Volk über das andere spotten, vielleicht sind diese besser als jene; noch Frauen (eines Volkes) über Frauen (eines anderen Volkes), vielleicht sind diese besser als jene. Und verleumdet einander nicht und gebet einander nicht Schimpfnamen. Schlimm ist das Wort: Ungehorsam nach dem Glauben; und wer nicht ablässt, das sind die Frevler.» (Sure 49, Vers 12)
Der Koran, ein Buch des Friedens
Der Koran wurde dem Propheten Mohammed über einen Zeitraum von 22 Jahren von Gott offenbart. Er besteht aus 6348 Versen. Einzelne Verse aus dem Kontext zu ziehen und mit diesen eine Diffamierungs-/ Verleumdungskampagne zu führen, kann nicht die Wahrheit wieder geben. Darum empfehlen wir, den ganzen Koran zu lesen und den historischen Kontext hinzu zu ziehen. Leider nimmt Herr Thiel einzelne Verse aus dem Kontext heraus und hat nicht die eigentliche Lehre des Islams dargelegt. Nimmt man den Koran zur Hand, merkt man auch, dass die Suren nicht der Grösse nach geordnet sind, wie dies Herr Thiel fälschlicherweise behauptet. Dies zeigt, dass er sich nicht mit dem Koran auseinander gesetzt hat. Er gibt solche Verleumdungen wieder, die nichts Neues enthalten, sondern das Gleiche wieder geben, was auch schon durch andere Personen vorgebracht wurde.
Dieselbe Verleumdungs-/ Diffamierungskampagne könnte man gegen viele machen, auch mit anderen Schriften. So liest man in der Bibel (Matthäus 10, Vers 34): «Denk nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!» Weiter fordert Jesus auf, man solle sein Kleid verkaufen um ein Schwert kaufen zu können. (Lukas 22, Vers 36) Nimmt man nur solche Verse aus der Bibel, ergibt sich natürlich auch ein falsches Bild. Das, was für die Bibel gilt, gilt auch für den Koran.
Hier wurde nur an einigen Beispielen aufgezeigt, wie der Koran eine friedliche Lehre verbreitet. Alle Verse aufzuführen, würde den Rahmen dieses Artikels aber sprengen. Die Musliminnen und Muslime, welche friedlich leben, machen dies nicht trotz, sondern gerade wegen dem Koran. Denjenigen, die den Islam mit Gewalt in Verbindung setzen, ist darum gut geraten, sich wirklich mit dem Koran auseinanderzusetzen. Dies gilt aber auch für die so genannten Muslime, die den Koran missbrauchen und missinterpretierten.
Und um noch auf den von Herrn Thiel angesprochenen, zweifelsohne wichtigen Humor zu kommen, sei hier noch das Buch «der muslimische Witz» von Hadayatullah Hübsch empfohlen.
 Sadaqat Ahmed geboren 1966 in Pakistan, ist Imam der Mahmud Moschee Zürich und Vize Präsident der Ahmadiyya Muslim Jamaat Schweiz. In Pakistan studierte er Theologie,Geschichte und Islamwissenschaft.
 

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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