Kardinal Carlo Maria Martini über das Bischofsamt

Der piemontesische Jesuit, der nach einer hervorragenden Karriere als Wissenschaftler, die ihn zum Hörer und Diener des Wortes Gottes gemacht hatte, Ende 1979 zum Erzbischof von Mailand ernannt wurde und dort über 22 Jahre wirkte, widmete 2011 seine letzte Veröffentlichung dem Bischofsamt («Il vescovo» (Reihe «Dubbio & speranza» des Verlags Rosenberg & Sellier. Turin 2011, 92 Seiten). Sein Vorname Carlo mit Karl Borromäus als Namensheiliger war ihm Programm, und er wurde als Erzbischof von Mailand zu einem berühmten Nachfolger des tridentinischen Heiligen, der auch für die Schweiz von grosser Bedeutung war. So wie Karl Borromäus der Schweiz viel mitgegeben hat, können dies auch die Äusserungen von Carlo Maria Martini, weit über die Schweiz hinaus: Ein Bischof soll Hörer des Wortes Gottes sein, aber auch Diener der Menschen durch Zuhören und Begegnung, durch Einbezug aller, auch durch ein Kirchenbild, in dem niemand ausgeschlossen ist und alle Platz haben, ohne dass damit die geltende Doktrin und die Ideale unseres Glaubens über den Haufen geworfen werden sollen und müssen. Diese Worte beeindrucken und können gerade in der heutigen Zeit als Leitlinie dienen. Sie fussen nicht nur in dem, was das Zweite Vatikanische Konzil über das Bischofsamt gesagt und was es mit dem Bischofsamt gewollt hat, sondern wurden durch das eindrückliche Leben und Wirken von Carlo Maria Martini selbst auch eingelöst.(ufw/vgl. www.kirchenzeitung.ch, SKZ-Ausgabe Nr. 5/2013 mit Beiträgen der Bischöfe Peter Henrici und Ivo Fürer über Carlo Maria Martini)

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