«Was? Ihr schickt eure Studenten nach Chur!» So haben Bekannte reagiert, als ich ihnen erzählte, die jungen indischen Kapuziner, die in die Schweiz kommen, würden in Chur studieren. Offenbar kennen viele den Unterschied zwischen der Theologischen Hochschule THC mit ihren aufgeschlossenen ProfesssorInnen und dem «Hof» mit Huonders reaktionärer Crew nicht. So ist es zu begrüssen, dass vorgestern die KIPA dem Thema einen informativen Hintergrundbericht lieferte. Einige Abschnitte:
Die geografische Nähe der Schule zur Bistumsleitung des Bistums Chur ist keine unbefangene Nachbarschaft. Die Positionen der Schule und des Bischofs divergieren teilweise stark.
Albert Gasser, Honorarprofessor an der Theologischen Hochschule Chur: «Das Image leidet.»
Dabei bemüht sich die Hochschule seit Jahren, ein positives Image aufzubauen und sich als anspruchsvolle theologische Hochschule zu etablieren. Eva-Maria Faber, Rektorin der THC, schreibt, die Hochschule habe eine stabile Entwicklung genommen. Mit über 50 Studierenden habe man derzeit die höchste Anzahl Studierender seit den 70er-Jahren, die Studierenden für den Dritten Bildungsweg ausgenommen. Man sei zufrieden mit dieser Zahl.
Die Schule wurde 2013 zum zweiten Mal als universitäre Institution akkreditiert, zwei neue Assistenz-Stellen werden bis 2015 realisiert. So bestätigt auch Gasser: «Das theologische Kerngeschäft ist einwandfrei». Die Hochschule sei gut aufgestellt. Faber schreibt aber auch, dass die Hochschule Chur in erster Linie aus Eigeneinnahmen, Beiträgen der kantonalkirchlichen Körperschaften, Kollekten und Spenden lebe. Dies führe «zu einer starken Einbindung in das Bistum Chur, da die Beiträge der Körperschaften regelmässig überprüft werden»; die Entscheide für die Unterstützung der THC fällen jeweils die Synoden der einzelnen Körperschaften.
Daneben hat der Churer Bischof Vitus Huonder als Grosskanzler bei den Professuren ein Wort mitzureden. «Der Grosskanzler ist nicht Teil der operativen Leitung der Hochschule, hat aber bei Lehrstuhlbesetzungen und Studienordnungen ein Veto-Recht», schreibt Eva-Maria Faber, Rektorin der THC, in ihrer Stellungnahme. Dies sei aber kein spezielles Merkmal der Theologischen Hochschule Chur, sondern entspreche der Rolle der jeweils zuständigen Bischöfe für die katholisch-theologischen Fakultäten an staatlichen Universitäten.
Laut Gasser ist Huonder als Grosskanzler aber nicht unproblematisch: «Da werden Schwierigkeiten gemacht, aus purer Schikane heraus.» Professoren würden von Seiten des Hofs abgelehnt oder kritisiert, weil sie nicht getreu der bischöflichen Ideologie funktionierten.
Die Rektorin selbst wünscht sich eine gerechtere Wahrnehmung der Ausbildungsstätte. Ein gewisser «Generalverdacht gegen die Hochschule» und «Pauschalurteile über die Studierenden» seien schädlich für die THC, schreibt sie in ihrer Stellungnahme.
So weit die KIPA
Liebe Eva-Maria, ich hoffe, mit diesem Blog einen kitzekleinen Beitrag zum bessern Image «deine» Hochschule zu leisten.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/chur-heisst-nicht-immer-ultrakonservativ/