Vor-synodale Treffen der Reformer

Leider kann ich ferienhalber weder an der Bischofs-Synode als Berichterstatter teilnehmen (ich habe zwischen 1977 und 1994 alle erlebt und überlebt) noch an den hier erwähnten Treffen der Reformer.

Vom 5. bis 19. Oktober 2014 findet im Vatikan eine vom Papst einberufene Ausserordentliche Generalversammlung der Bischofssynode statt zum Thema: «Die pastoralen Herausforderungen im Hinblick auf die Familie im Kontext der Evangelisierung.» Im Vorfeld treffen sich Kirchenreformer in der Ewigen Stadt. Am 2. und 3. Oktober organisiert «Catholic Church Reform International» (CCRI) in Rom eine Tagung: «Forum für die Familie: Auf die Gläubigen hören». Am 3. und 4. Oktober veranstaltet die «Internationale Bewegung Wir sind Kirche» (IMWAC) ein «Familien-Synoden-Projekt». Zur Teilnahme eingeladen sind neben Organisationen und Ordensgemeinschaften auch andere Interessierte. Am Sonntagmorgen, 5. Oktober, wollen sich die Kirchenreformer auf dem Petersplatz versammeln, um am mittäglichen Angelus-Gebet des Papstes teilzunehmen. Die vatikanischen Behörden haben ihnen die Erlaubnis gegeben, dort Spruchbänder zu entfalten und zu singen. Damit soll Papst Franziskus ermutigt werden, Reformen voranzutreiben. Weitere Infos finden Sie auf den Websites www .CatholicChurchReformIntl.org und www.we-are-church.org. In einer Stellungnahme von «Wir sind Kirche» heisst es: «Wir wollen dabei sein, auch wenn wir nicht eingeladen sind. Die Synode darf keine Angelegenheit von alten alleinstehenden Männern bleiben. Auf Pressekonferenzen und in Hearings wollen wir all denen eine Stimme geben, die unter kirchlichen Bestimmungen leiden: Geschiedene Wiederverheiratete, Schwule und Lesben, Priester in Beziehungen, alle, die ausgegrenzt werden. Die vielen Arten von Familien müssen zur Sprache kommen! Und zu ihrem Recht! Die Umfrage des Vatikans zur Familien-Synode hat trotz aller formalen Schwierigkeiten die Communio-Theologie des Konzils bestärkt und die Chancen für eine Schliessung der Kluft zwischen der kirchlichen Lehre (vor allem von «Humanae vitae») und den Lebenswirklichkeiten von Katholikinnen und Katholiken im 21. Jahrhundert erhöht. Wir freuen uns sehr darüber, dass damit dem «Glaubenssinn des Gottesvolkes» Gehör verschafft wurde und somit eine wichtige Basis geschaffen wurde für einen Dialog zwischen Kirchenvolk und Kirchenleitung, wie er bisher in dieser Form nie gepflegt werden konnte. In unserem demokratischen Verständnis fühlen wir uns aufgerufen, unseren Beitrag zur Gestaltung einer gottverbundenen und menschenfreundlichen katholischen Kirche zu leisten. So unternehmen wir von uns aus alles, um endlich einen konstruktiven Dialog mit der Kirchenleitung in Gang zu setzen. Wir plädieren dafür, dass die jeweils Betroffenen in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.»

 

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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