Die Kirche in der Heilsgeschichte – auf dem Odilienberg

Einige Bischöfe der «Apostolischen Region Ost» in Frankreich teilten nicht nur die römische Unterkunft während der ersten Sitzungsperiode, sondern auch das Anliegen, sich theologisch und geistlich gemeinsam mit den Konzilsthemen auseinanderzusetzen. Am 22. Januar 1963 begann so auf dem Odilienberg im Elsass ein Treffen, dessen Organisation dem Strassburger Bischofskoadjutor Elchinger oblag und das bis zum 25. Januar dauerte. Teilnehmer waren zum Einen Elchingers Mitbrüder Claude Flusin (Saint-Claude), Pierre Boillon (Verdun). Während Bischof Paul-Joseph Schmitt (Metz) verhindert war, gesellte sich mit Gérard Huyghe (Arras) ein in einer anderen französischen Region wirkender Bischof hinzu. Zum Anderen nahmen an dem Treffen Theologen teil, darunter die Dominikaner Yves Congar und Henri-Marie Féret, Berater Elchingers bzw. Flusins, sowie der Strassburger Dogmatiker Antoine Chavasse, wie Congar Konzilsperitus. Auch Alois Grillmeier war zeitweise anwesend, um von den deutschen Aktivitäten um Bischof Volk zu berichten. Im Zentrum der Debatten stand das Kirchenverständnis. Besonders Congars Pendeln zwischen Leuven und Mainz, wo in Gérard Philips und Bischof Volk einflussreiche Akteure wirkten, und dem Odilienberg, steht symbolisch für die Vielfalt und den bei aller Verschiedenheit doch gegebenen Zusammenhang der verschiedenen Initiativen zur Neufassung des Kirchenschemas. Das Ergebnis der elsässischen Arbeit wurde nicht nur nach Rom zu entsprechenden Konzilskommission geschickt, sondern auch Kardinal Döpfner nach München übermittelt: genauer gesagt konnte Bischof Elchinger persönlich auf dem dort stattfindenden Treffen der deutschsprachigen Bischöfe am 5. und 6. Februar 1963, an der er als Verbindungsmann der deutschen und französischen Bischöfe teilnahm, von den Ergebnissen des Treffens auf dem Odilienberg berichten. Inhaltlich sticht aus den im Elsass formulierten Überlegungen insbesondere die christozentrisch-heilsgeschichtliche Dimension der Kirche heraus, wie sie dann auch in LG 3 formuliert ist.(Michael Quisinsky; vgl. Qu 297-329)

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