In Fragen von Ehe und Familie muss sich auch die heutige Christenheit an der Bibel ausrichten. Sie sei wörtlich zu nehmen, meinen die Fundamentalisten.
Doch wie sieht das «biblische» Ehebild aus? Dazu der 85jährige ehem. Professor Otto Urban in einem Beitrag von Kirche-in, Wien:
Oft programmierten Eltern künftige Ehen frühzeitig; manchmal im Kindesalter. «Vielfach erfolgte die Verlobung schon im frühjugendlichen Alter». Wobei die Verlobung in vielem der Ehe gleichzusetzen war (wer untreu wurde, verübte «Ehebruch»).
«Die junge Braut war als ‹Besitztum› des Vaters in die Ehe eingetreten, ohne nach der eigenen Befindlichkeit gefragt zu werden.»
«All das wären heutzutage triftige Annulierungsgründe. (Die Ehe muss nach Kirchenrecht «frei und ungezwungen» angefangen werden.). ————–
Diese kurzen Auszüge aus dem Artikel in Kirche-in zeigen: Wer die Bibel «wortgetreu» umsetzen will, landet in einer Sackgasse. Nochmals Otto Urban: «Es wird offenkundig, dass sich Ehe und Familie in einem ständigen und unumkehrbaren Wandel befinden.»
Übrigens: Auch die Einstellungen der Bibel zu Homosexualität gehören in diesen Bereich. Wer mit Bibelzitaten «handiert», geht am Eigentlichen vorbei.
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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