Was sagt Papst Franziskus zum Vorwurf, Kommunist zu sein? Was hält er von den Frauen? Antworten gibt er in einem Interview mit der Römer Zeitung messagero:
Sie gelten als kommunistischer und populistischer Papst. Die Zeitschrift «Economist» hat Ihnen eine Titelseite gewidmet und festgehalten, Sie sprechen wie Lenin. Erkennen Sie sich wieder? «Ich sage nur, die Kommunisten haben uns die Fahne geraubt. Die Fahne der Armen ist christlich. Die Armut ist im Mittelpunkt des Evangeliums. Die Armen sind im Mittelpunkt des Evangeliums. Nehmen wir Matthäus 25, die Fragen, nach denen wir gerichtet werden: ich hatte Hunger, ich hatte Durst, ich war im Gefängnis, ich war krank, ich war nackt. Oder sehen wir auf die Seligpreisungen – noch eine Fahne. Die Kommunisten sagen, das alles sei kommunistisch. Ja, sicher, zweitausend Jahre später! Also könnte man ihnen sagen, wenn sie reden: Aber ihr seid doch Christen!» (Lacht) Sie sprechen wenig von Frauen, höchstens von Frauen als Müttern und Bräuten. Heutzutage leiten Frauen auch Staaten, Grosskonzerne, Heere. Welchen Platz haben in Ihrer Sicht Frauen in der Kirche? «Die Frauen sind das Schönste, was Gott gemacht hat. Die Kirche ist Frau. Kirche ist ein weibliches Wort. Man kann ohne diese Weiblichkeit keine Theologie betreiben. Davon wird nicht genug gesprochen, da haben Sie ganz recht. Ich bin einverstanden damit, dass man mehr an der Theologie der Frau arbeiten muss. Das habe ich gesagt, und das ist auch in Arbeit.»
Können wir uns von Ihnen historische Entscheidungen erwarten, etwa eine Frau als Behördenleiterin am Heiligen Stuhl, es muss ja nicht die Kleruskongregation sein…? (Lacht) «Nun, manches Mal geraten Priester unter die Autorität ihrer Haushälterinnen…»
Walter Ludin
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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