Reform der Kirche: ihrer Zukunft zuliebe

Kirchenreform : Was tun? Und warum? Noch ein Abschnitt aus Kohlmaiers Überlegungen zur Kirchenreform:
Die Kirche kann nicht durch Widerstand, Kritik und Ungehorsam allein in die Zukunft geführt werden. Ebenso wenig dadurch, dass sie gerade von engagierten Christen verlassen wird. Heute ist jeder, dem Glaube und Kirche ein Anliegen sind, dazu aufgerufen, etwas zu tun, um die Dinge zum Besseren zu verändern.
Das erfordert:
«»¢ mit der Kirche als Nachfolgeeinrichtung Jesu solidarisch zu sein und alles zu tun, damit sie ein fruchtbares Glaubensleben bewahren und neu entfalten kann,
«»¢ sich aber von allem energisch zu lösen, was als Altlast die Kirche niederdrückt, solange und soweit sie sich als Machtgebilde und blosse Bewahrerin längst überholter Regeln und Glaubensinhalte versteht,
«»¢ das eigene und sorgfältig gebildete christliche Gewissen immer als oberste Instanz zu beachten
Sowie
«»¢ selbständig und kreativ für die Kirche und zu ihrem Wohl Ausdrucksformen des Glaubens

zu entwickeln und durch praktisches Handeln einem notleidend gewordenen Kirchenbetrieb alten Zuschnitts hinzuzufügen.

 
Etwas zu allgemein, denke ich. Vielleicht könnt Ihr konkretisieren ….
Und noch ein ganz letzter Abschnitt, der zeigt, worum es letztlich geht:
Die Reformbewegungen sind nicht «Revoluzzer» und Abweichler, sondern vom Wunsch bewegt, dass ihre katholische Kirche wieder Zukunft haben möge. Ein lebendiger und vor allem unverfälschter christlicher Glaube würde gerade heute in einer Welt gebraucht, die von Gewalt, Egoismus und Materialismus niedergedrückt wird. Leidet darunter nicht auch Jesus? Er baut nun auf uns, die wir in seiner Nachfolge vorzugehen bestrebt sind.
Das bedeutet, in der Freiheit und Würde der Gotteskindschaft das Rechte zu tun. Ganz in diesem Sinn zu handeln und zu sprechen, energisch, unübersehbar und unüberhörbar. Wir haben diese Pflicht – nicht zuletzt gegenüber jenen, die nach uns kommen und denen wir eine lebenswerte Welt übergeben sollen. Dazu gehört auch, das scheinbar Unerreichbare mutig anzustreben.

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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