Bewahrung der Schöpfung: unrühmliche Schweiz

Es war einmal eine Schweiz, die sich zurecht rühmte, im Umweltschutz weltweit führend zu sein. Tempi passati! Unrühmlich ist etwa die folgende, von der der Schweizerischen Energie-Stiftung SES bekannt gemachte Tatsache: «Kein europäisches Land ausser Ungarn produziert so wenig Strom aus neuen erneubaren Energien (Wind, Sonne) wie die Schweiz. Spitzenreiter Dänemark erzeugt mit 2070 kWh/Kopf insgesamt rund 25mal mehr Strom aus Sonne und Wind als die Schweiz.
Die Schweiz hat in den letzten vier Jahren vor allem die Photovoltaik vorangetrieben: Heute generiert die Sonne sieben Mal mehr Strom als 2010. Im europäischen Kontext ist diese Leistung allerdings auch höchstens mässig: Rumänien verzeichnet mit einer Produktionssteigerung um den Faktor 25 im gleichen Zeitraum den grössten relativen Zuwachs an erneuerbaren Energien. 
Die SES meint: «Eine kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ohne Deckel – also ohne künstliche Begrenzung des Zubaus – wäre der sinnvollste und schnellste Weg in eine erneuerbare Zukunft.»

Die SES fordert die Politik auf, bei der Förderung von zukunftsfähigen Technologien und Energieeffizienz vorwärts zu machen – konkret mit einer KEV ohne Deckel. Die Schweiz soll ihr grosses Potenzial an Erneuerbaren effizient nutzen.

So weit die Energiestiftung.
Wir sind der Entwicklung gegenüber nicht machtlos. Vor den Wahlen haben fast alle Kandidieren versprochen, möglichst viel für die Umwelt zu tun. Erinnern wir sie an ihr Versprechen. Vor allem jene, die wir gewählt haben.
 
 

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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