Jedes Jahr so gegen Weihnachten laden wir Leute, die mit uns zusammenarbeiten, im gleichen Haus wohnen und/oder arbeiten oder sonst irgendwie mit uns zu tun haben, zu einem Apéro ein. Meine Aufgabe ist es, diesen Anlass zu organisieren und dafür zu sorgen, dass niemand verhungert oder verdurstet.
Für die kulinarischen Köstlichkeiten habe ich eine gute Adresse, für die ich hier gern ein bisschen Werbung mache. Das Renggergut in Zürich Wollishofen gehört zur «Stiftung Arbeitskette» (www.arbeitskette.ch), die sich für die berufliche Integration von psychisch beeinträchtigten Jugendlichen und Erwachsenen einsetzt. Sie bieten eine grosse Auswahl an feinen Sachen, und zusammen mit dem süffigen Wein, den jeweils Charles Martig auswählt und mitbringt, brauche ich mir um das leibliche Wohl der Gäste keine grossen Sorgen zu machen.
Selbstverständlich soll auch das Umfeld etwas weihnachtlich aussehen, Teelichter im Treppenhaus vom Eingang bis zum Sitzungszimmer im ersten Stock, Tannäste, Christbaumkugeln, Weihnachtssterne und weitere Kerzen auf den Tischen schaffen eine heimelige Atmosphäre.
Kurz nach fünf wird es schnell laut und eng im weihnachtlichen Sitzungszimmer; es ist nicht wirklich für über 30 Leute konzipiert, aber das stört niemanden, man kommt so sicher schnell in Kontakt!
Während den nächsten ungefähr 3 Stunden bin ich damit beschäftigt Leute zu begrüssen, leere Gläser wieder aufzufüllen, selbstverständlich gehört auch Small Talk dazu, dazwischen genehmige ich mir natürlich auch ein Glas vom feinen Weisswein aus dem Wallis und schnappe mir schnell ein Schinkengipfeli oder ein Stück von der exzellenten Gemüse-Quiche und was da sonst noch der Leckereien mehr sind.
Wenn die Leute sich auf den Heimweg machen, heisst es Mäntel suchen helfen (Unsere Garderobe fasst höchstens 10 Mäntel, alle andern liegen kreuz und quer über den Stühlen. Gottseidank haben wir so unkomplizierte Gäste.), verabschieden, gute Wünsche mit auf den Weg geben, dann schnell ein paar Gläser abwaschen, und eine neue Runde «Gläser auffüllen» bei jenen, die noch da bleiben.
Ich mag diese Arbeit, komme ich doch mit allen kurz ins Gespräch, und es ist schön, so viele zufriedene Gesichter zu sehen und Komplimente entgegenzunehmen, obwohl ich ja «nur» organisiert habe, die Kocherei haben (zum Glück) andere übernommen!
Wenn dann alle weg sind, heisst es noch aufräumen – wenigstens das Gröbste, der Rest kann warten bis am andern Morgen – und dann ab nach Hause. Schön wars! Frohe Festtage und es guets Neus!
Barbara Fleischmann
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant